22.11.2015

| 174/2015

Neue Broschüre zu Konflikten und Gewalt in der Pflege veröffentlicht

Gewalt in der Pflege ist noch immer ein Tabuthema. Mit einer neuen Broschüre bietet das Sozialministerium jetzt pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegekräften Informationen an, um Überlastungen frühzeitig zu erkennen und so Aggressionen und Gewalt besser vorbeugen zu können. Der Titel lautet „Ich kann nicht mehr – Konflikte und Gewalt in der Pflege älterer Menschen“. Sozialministerin Diana Golze sagte zur Veröffentlichung heute in Potsdam: „Gewalt in der Pflege ist ein sehr ernstes, aber auch komplexes Thema, das wir nicht tabuisieren dürfen. Situationen, in denen sich Überforderung und Gewalt zeigen, werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Das Zurückstellen eigener Bedürfnisse und Gefühle sowie das Aufzehren eigener Kräfte von Pflegenden spielen häufig eine große Rolle.“ In Brandenburg werden 77 Prozent aller Pflegebedürftigen zuhause von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten versorgt.

Die 52-seitige Broschüre erklärt Formen der Gewalt und wie Gewalt entsteht, thematisiert Konflikte und Belastungen in der professionellen Pflege und zeigt auf, wie man Überlastungen frühzeitig erkennen und so Gewalt vorbeugen kann. Außerdem werden rechtliche Aspekte sowie Adressen mit Hilfsangeboten angeboten. Die Broschüre enthält auch ein Interview mit den hauptamtlichen Beraterinnen Claudia Gratz und Helga Zeike von der Beratungsstelle „Pflege in Not Brandenburg“.

Golze betonte: „Pflegende Angehörigen und Altenpflegerinnen und Altenpfleger sind sehr engagiert. Sie leisten tagtäglich Großartiges, das sich meist im Verborgenen unserer Gesellschaft abspielt. Ihre Arbeit bildet das Rückgrat der Pflege. Sie verdienen unsere Anerkennung, unser Verständnis, vor allem aber unsere Unterstützung. Es gibt gute Unterstützungsangebote für alle an der Pflege beteiligten Personen, die wir noch stärker bekannt machen müssen.“

Die Broschüre „Ich kann nicht mehr – Konflikte und Gewalt in der Pflege älterer Menschen“ kann kostenfrei unter www.masgf.brandenburg.de bestellt werden.

Ident-Nr
174/2015
Datum
22.11.2015
Rubrik
Soziales
Ident-Nr
174/2015
Datum
22.11.2015
Rubrik
Soziales