06.11.2015

| 166/2015

635 neue Auszubildende in der Altenpflege – Sozialministerium erhöht Zuschuss für Altenpflegeschulen

Die 18 staatlich anerkannten Altenpflegeschulen im Land Brandenburg haben in diesem Jahr rund 320.000 Euro aus dem sogenannten Mauerfonds erhalten. Das Geld, jeweils bis zu 18.000 Euro pro Einrichtung, wurde gezielt in die Modernisierung der Schulausstattung für den praktischen Unterricht investiert. Sozialministerin Diana Golze besuchte heute die Altenpflegeschule in Bernau (Kreis Barnim) und ließ sich dort von Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Christine Bode, Leiterin des Diakonischen Bildungszentrums Lobetal, und Angelika Schröder, Leiterin der Altenpflegeschule, die Neuanschaffungen zeigen. Außerdem sprach sie mit ihnen über die aktuellen Herausforderungen bei der Ausbildung von künftigen Altenpflegerinnen und Altenpflegern. Zum Schuljahresbeginn am 1. Oktober 2015 haben landesweit 635 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg eine Altenpflege- oder Altenpflegehilfe-Ausbildung begonnen.

Ministerin Diana Golze sagte: „Der Fachkräftebedarf in der Pflege steigt deutlich und viel stärker als in anderen Branchen. Wir müssen daher noch mehr junge Menschen für diese schöne, aber auch anspruchsvolle Arbeit begeistern. Die allgemein sinkenden Schülerzahlen stellen aber die Altenpflegeschulen vor große Herausforderungen. Gute und moderne Ausbildungsbedingungen sind Grundvoraussetzungen dafür, die Attraktivität der Altenpflege zu steigern. Mit den zusätzlichen Geldern aus dem Mauerfonds konnten sie weiter verbessert werden. Die Altenpflegeschulen im Land Brandenburg bilden kontinuierlich und mit großem Engagement auf hohem Niveau Altenpflegerinnen und Altenpfleger aus. Das ist ein ganz entscheidender Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Pflege. Neben der fachlichen Kompetenz spielt auch ihre gute Vernetzung mit den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen vor Ort eine große Rolle. Die Schülerinnen und Schüler können sich nahezu sicher sein, direkt nach der Ausbildung einen festen Arbeitsplatz zu finden. Sie werden gebraucht.“

Das Sozialministerium fördert den theoretischen und praktischen Unterricht in der Altenpflege. Hier gab es jetzt eine Erhöhung: Zum Oktober 2015 wurde der monatliche Satz um 50 Euro auf 380 Euro pro Schüler erhöht. Im vergangenen Jahr beteiligte sich das Land mit rund 3,5 Millionen Euro an den Schulkosten für die Altenpflege. Aktuell befinden sich in Brandenburg 1.779 Schülerinnen und Schüler in der Altenpflege- bzw. Altenpflegehilfeausbildung.

Im Rahmen der neuen Pflegeoffensive, die Sozialministerin Diana Golze im Oktober gestartet hat, haben die Altenpflegeschulen jetzt eine weitere Förderung von insgesamt 90.000 Euro vom Land erhalten. Damit sollen die bestehenden Kooperationen zu den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen im Land Brandenburg unterstützt und ausgebaut werden, um die Rolle der Altenpflegeschulen als regionale Kompetenzzentren im Bereich Pflege zu stärken. So hat die Altenpflegeschule in Bernau bei Berlin hierfür 5.000 Euro erhalten. Von dem Geld wurden Veranstaltungstechnik und Medien für die Durchführung von Regionalkonferenzen angeschafft.

Angelika Schröder, Leiterin der Altenpflegeschule, sagte: „Einerseits suchen junge Menschen heute attraktive Ausbildungsplätze, die gute Zukunftschancen im Beruf bieten, andererseits erwarten die mit uns kooperierenden Praxiseinrichtungen, dass die Auszubildenden im schulischen Rahmen sowohl berufliche Handlungskompetenzen umfassend erlernen und trainieren als auch ihre Medienkompetenz erweitern. Mit den Fördermitteln des Landes Brandenburg konnten wir u.a. unser Pflegekabinett modernisieren. Es bietet nun eine an die Praxisbedingungen angepasste Kombination aus Bewohnerzimmer und Arbeitsraum im Sinne eines Dienstzimmers im Altenheim oder Krankenhaus. Davon konnten sich vor wenigen Tagen bereits die Praxisanleiterinnen und -leiter der Kooperationspartner während eines Fachtages in der Schule überzeugen, bei dem auch die neu erworbenen Medien zum Einsatz kamen. Auch die Vertreter der Praxiseinrichtungen stellten fest, dass mit den Neuanschaffungen die Attraktivität unserer Altenpflegeschule weiter gestiegen ist.“

Das Geld aus dem Mauerfonds konnten die Altenpflegeschulen zum Beispiel für den Kauf von modernen Pflegepuppen und Pflegehilfsmitteln, Alterssimulationsanzügen, Kameras zur Aufzeichnung und Auswertung von praktischen Pflegeübungen, Fachliteratur oder elektronischer Wandtafeln verwenden.

Nach dem Mauergrundstücksgesetz fließen die Einnahmen aus dem Verkauf ehemaliger Mauer- und Grenzgrundstücke in den sogenannten Mauerfonds. Dessen Erlöse kommen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Projekten in den ostdeutschen Bundesländern zugute.

Ident-Nr
166/2015
Datum
06.11.2015
Rubrik
Soziales
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166/2015
Datum
06.11.2015
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