06.05.2022

| 193/2022

Ernährungsstrategie: Ministerin Nonnemacher besucht Solidarische Landwirtschaft

Workshops: Landesweiter Beteiligungsprozess zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie gestartet

Gemeinsam: Anbauen, Ernten, Kochen und Essen: Ministerin Nonnemacher besucht SoLaWi BAUERei
Gemeinsam: Anbauen, Ernten, Kochen und Essen: Ministerin Nonnemacher besucht SoLaWi BAUERei

Brandenburg ist auf dem Weg zu einer Ernährungsstrategie. Damit gutes Essen im Land Brandenburg auch in Zukunft für alle selbstverständlich ist, sind die Ideen möglichst vieler Akteurinnen und Akteure aus allen Bereichen des Ernährungssystems gefragt. In dieser Woche startete die erste Runde von landesweiten Fachworkshops, in denen die Ziele der Ernährungsstrategie diskutiert und Ideen zusammengetragen werden. Aus diesem Anlass besuchte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher heute die Solidarische Landwirtschaft SoLaWi BAUERei im Potsdamer Ortsteil Grube. Beim Packen von Gemüsekisten sowie einem gemeinsamen Mittagessen kam sie mit Schülerinnen und Schülern der "Schule des Lebens" in Werder ins Gespräch über Wünsche und Vorstellungen für die Ernährung der Zukunft.

Gutes Essen für alle Brandenburgerinnen und Brandenburger, gesund, nachhaltig, regional, vielfältig, fair, klimaschonend und möglichst ökologisch, das ist der Anspruch an die Ernährung der Zukunft und das Leitbild für die Brandenburger Ernährungsstrategie zu deren Erarbeitung in dieser Woche die erste Runde der Fachworkshops startete.

Verbraucherschutzministerin Nonnemacher: „Ich freue mich, dass es nun losgeht und unter Beteiligung des Ernährungsrates der landesweite Beteiligungsprozess zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie gestartet ist. Die Ernährungsweise hat einen direkten Einfluss auf das eigene Wohlbefinden, die Gesundheit, die biologische Vielfalt und auch auf das Klima. Wir wollen die Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung für alle Menschen im Land und ein nachhaltiges Ernährungssystem schaffen. Dazu brauchen wir die Ideen und das Wissen aus allen Bereichen.“

Aus Anlass der Workshops besuchte Ministerin Nonnemacher die Solidarische Landwirtschaft SoLaWi BAUERei in Potsdam Grube. In der SoLaWi BAUERei haben sich engagierte Landwirtinnen und Landwirte mit Privatpersonen, den sogenannte SoLaWisten, zu einer Genossenschaft zusammengefunden. Verbraucherinnen und Verbraucher schließen sich zusammen, um gemeinsam die Kosten für einen landwirtschaftlichen Betrieb zu tragen. Im Gegenzug bekommen sie regelmäßig frische, regionale Ernteerträge.

Verbraucherschutzministerin Nonnemacher: „Die Solidarische Landwirtschaft ist eine Win-win-Situation: Landwirte gewinnen Planungssicherheit für das ganze Jahr. Die SoLaWisten wiederum kennen Acker, Landwirt, Hof und Tiere persönlich und wissen genau, wo ihre Produkte herkommen. Ein tolles Beispiel, wie Erzeuger und Verbraucher enger zusammenrücken können. Durch die Kooperationen mit Schulen erfahren Schülerinnen und Schüler hier, wo gutes Essen herkommt und wieviel Arbeit darin steckt. Ein gutes Beispiel im Rahmen unserer Ernährungsstrategie.“

Im März hat das Kabinett dem Konzept des Verbraucherschutzministeriums zur Erarbeitung der Brandenburger Ernährungsstrategie zugestimmt. Das 25-seitige Konzeptpapier gibt die inhaltliche Ausrichtung der Ernährungsstrategie vor und zeigt die Strukturen für die Erarbeitung auf. Damit konnte der Erarbeitungsprozess mit den Fachworkshops starten.

Die Koalition hat sich verpflichtet, in Abstimmung mit dem Brandenburger Ernährungsrat eine Ernährungsstrategie zu erarbeiten. Ziel ist unter anderem die Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung, Eindämmung von Lebensmittelverschwendung sowie die Schaffung von vertrauensvollen Beziehungen zwischen Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie den Produzenten.

Der Brandenburger Ernährungsrat ist der Zusammenschluss der regionalen Ernährungsräte in Brandenburg - Bündnisse von Bürgerinnen und Bürgern, die sich aktiv für eine zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik einsetzen und konkrete Veränderungen anstoßen. Sie vernetzen Verbraucherinnen und Verbraucher, Lebensmittelproduzenten und Händler sowie Verwaltung und Politik mit dem Ziel, das Ernährungssystem auf lokaler und regionaler Ebene zu verbessern.

Gesundheit fördern durch gute Ernährung

Die Landesregierung möchte gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren des Ernährungs-, Bildungs- und Gesundheitssystems dazu beitragen, dass sich Brandenburgerinnen und Brandenburger durch eine ausgewogene und vielfältige Auswahl an Lebensmitteln gesund ernähren. Eine gesunde Ernährung trägt wesentlich zum Gesundheitszustand durch Verminderung von Krankheitsrisiken bei, fördert die Fitness sowie einen positiven Gemütszustand. Eine gesunde Ernährung kann Volkskrankheiten – wie Diabetes, Übergewicht (Adipositas), Krebs, Bluthochdruck oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – positiv beeinflussen.

Ausblick auf das weitere Verfahren

Die Erarbeitung der Ernährungsstrategie erfolgt anhand der fünf Handlungsfelder:

  • „Lebensmittel vom Acker auf den Teller“
  • „Gemeinschaftsverpflegung und Ernährungskultur“
  • „Regionale Wertschöpfung“
  • „Wertschätzung“
  • „Transparenz und Kompetenzentwicklung“

Für jedes Handlungsfeld sollen konkrete Ziele und Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Situation erarbeitet werden. Alle Handlungsfelder werden unter den Gesichtspunkten Gesundheit, Soziales, Ökologie und Ökonomie betrachtet.

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses sollen bis Ende des Jahres zu der Ernährungsstrategie für das Land Brandenburg zusammengefasst werden.

Mehr Informationen, ein Video mit der Ministerin und das Konzept „Brandenburg ernährt sich nachhaltig: regional – gesund – vielfältig – fair! Der Weg zu einer Ernährungsstrategie des Landes Brandenburg“: www.ernaehrungsstrategie-land-brandenburg.de