06.04.2016

| 047/2016

Brandenburger Pflegeoffensive / Sozialministerin Golze startet pflegepolitische Tour im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Im Rahmen der Brandenburger Pflegeoffensive werden Sozialministerin Diana Golze und Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt in diesem Jahr in den Landkreisen und kreisfreien Städten Einrichtungen, Projekte und Initiativen der Pflege besuchen und dort mit Verantwortlichen darüber sprechen, wie die zukünftige Pflege vor Ort gestaltet werden kann. Golze startet die pflegepolitische Tour heute im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Diana Golze sagte zum Auftakt in Senftenberg: „Die Pflege der Zukunft ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft. Mit der steigenden Zahl älterer Menschen wird der Pflegebedarf in den kommenden Jahren deutlich steigen, wenn wir jetzt nicht gegensteuern. Pflegebedürftigkeit kann vermieden, verzögert oder wenigstens vermindert werden. Wer sich fit hält und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, kann das Pflegerisiko minimieren. Denn der individuelle Lebensstil und das Gesundheitsverhalten haben einen großen Einfluss darauf, ob und wann ein Mensch im Alter auf fremde Hilfe angewiesen ist. Brandenburgerinnen und Brandenburger sollen wohnortnah alt und auch gepflegt werden können. Dafür brauchen wir in den Kommunen alternsgerechte Strukturen und aktivierende Unterstützungsangebote. Die Pflege der Zukunft ist eine ‚Pflege im Quartier‘. Dieses Ziel unserer Pflegeoffensive kann das Land Brandenburg nur gemeinsam mit den Kommunen und den vielen anderen Akteurinnen und Akteuren in der Pflege erreichen.“

Nach einem Gespräch mit Sozialdezernent Alexander Erbert besucht Golze heute im Schipkauer Ortsteil Klettwitz den Gerontopsychiatrisch-Geriatrischen Verbund Oberspreewald-Lausitz e.V. sowie den FamilienCampus LAUSITZ, wo über 200 Schülerinnen und Schüler an vier Schulen für Gesundheits- und Pflegeberufe ausgebildet werden. Anschließend besucht sie in Senftenberg die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), die seit 2013 den Studiengang Pflegewissenschaft anbietet, sowie den Pflegestützpunkt.

Im Kreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) stieg die Zahl der pflegebedürftigen Menschen von 1999 bis 2013 um 28 Prozent auf rund 4.025. Davon werden rund 1.140 Pflegebedürftige vollstationär versorgt.

Der Gerontopsychiatrisch-Geriatrische Verbund Oberspreewald-Lausitz e.V. (www.gpgv-osl.de) ist ein Zusammenschluss von derzeit 25 Einrichtungen und Dienstleistern im Bereich der Altenhilfe mit dem Ziel, die Beratung, Betreuung und Versorgung von Menschen mit altersbedingten Erkrankungen in der Region zu verbessern. Bereits 1996 gründete sich im Kreis OSL ein Gerontopsychiatrischer Arbeitskreis. Der Gerontopsychiatrisch-Geriatrische Verbund entstand im Rahmen des Bundesmodellprojektes „Altenhilfestrukturen der Zukunft“ (Projektlaufzeit 2000-2003). Der Verein Gerontopsychiatrisch-Geriatrischer Verbund OSL e.V. wurde 2009 gegründet.

Diana Golze: „Die Vernetzung in Oberspreewald-Lausitz ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die verschiedenen Akteurinnen und Akteure im Pflegebereich die Situation und die Versorgung älterer Menschen gemeinsam und vor allem wohnortnah verbessern können. Der Landkreis hat sehr früh damit begonnen, durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit auf die besonderen Bedürfnisse von älteren und pflegebedürftigen Menschen hinzuweisen. Damit erfahren nicht nur pflegende Angehörige die verdiente Anerkennung, sondern auch das Ehrenamt im Bereich der Pflege profitiert davon. Für die Pflege der Zukunft wird das Ehrenamt immer wichtiger. Um den steigenden Pflegebedarf bewältigen zu können, brauchen wir nicht nur mehr ausgebildete Pflegekräfte, sondern auch ehrenamtliche Hilfsstrukturen zum Beispiel in der Nachbarschaft.“

Die BTU Cottbus-Senftenberg (www.b-tu.de) bietet seit dem Wintersemester 2013/2014 den Bachelor-Studiengang Pflegewissenschaft mit integrierter Berufsausbildung am Studienort Senftenberg an. 53 Studentinnen und Studenten haben bereits dieses Studium (Studiendauer: 8 Semester) begonnen. Zum Wintersemester 2015/2016 startete an der BTU der Master-Studiengang Berufspädagogik für Gesundheitsberufe, mit dem unter anderem dringend benötigte Lehrkräfte für die Altenpflegeschulen ausgebildet werden.

Golze: „Der Fachkräftebedarf in der Pflege ist enorm. Es werden nicht nur Altenpflegerinnen und Altenpfleger gebraucht, sondern zunehmend auch akademisch ausgebildete Beschäftigte. Das praxis- und wissenschaftsorientierte Studium der Pflegewissenschaft an der BTU Cottbus-Senftenberg ist zukunftsweisend und äußerst attraktiv. Mit der demografischen Entwicklung und den damit steigenden Anforderungen an den Pflegeberuf gewinnt die Akademisierung in der Pflege an Bedeutung. Die Zukunft liegt in multiprofessionellen Teams, in denen Fachkräfte mit und ohne akademische Ausbildung sowie auch Hilfskräfte in der Pflege älterer Menschen zusammenwirken.“

Zum Abschluss der pflegepolitischen Tour im Kreis OSL besucht Sozialministerin Golze den Pflegestützpunkt Senftenberg, der Anfang 2010 eröffnet wurde und Außensprechstunden in Lübbenau und Lauchhammer anbietet. Hier erhalten Bürgerinnen und Bürger individuelle, trägerneutrale und kostenlose Beratungen zu allen Fragen rund um die Pflege. Golze: „Pflegestützpunkte ermöglichen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen einen schnellen Überblick über die vorhandenen sozialen, pflegerischen und gesundheitlichen Unterstützungsmöglichkeiten in ihrer Umgebung. Ihre Angebote helfen zum Beispiel bei der Suche nach der passenden Kombination von Hilfe und Unterstützung, damit Pflegebedürftige möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können.“ Landesweit gibt es 19 Pflegestützpunkte. Sie werden gemeinsam von Pflegekassen und Landkreisen bzw. kreisfreien Städten betrieben.

Sozialministerin Diana Golze startete die Brandenburger Pflegeoffensive im Oktober 2015. Damit leistet die Landesregierung mit zielgerichteten und nachhaltigen Maßnahmen einen Beitrag, die künftige Pflegeversorgung im Land Brandenburg zu sichern und die Politik des aktiven und gesunden Alterns fortzusetzen. Zu den bereits gestarteten Maßnahmen gehören das Modellprojekt „Fachstellen Altern und Pflege im Quartier“, das „Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg“ sowie das Modellprojekt „Innovative Personaleinsatz- und Personalentwicklungskonzepte“.

Im Jahr 2013 lebten in Brandenburg knapp 135.000 Menschen, die 80 Jahre alt oder älter waren. Laut der Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg, die das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im Jahr 2015 herausgegeben hat, wird diese Zahl bis 2040 um 117 Prozent auf über 292.000 Menschen steigen.

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Ident-Nr
047/2016
Datum
06.04.2016
Rubrik
Soziales
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