05.11.2020

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Ministerin Nonnemacher: Auf deutlich mehr Covid-19-Patienten in Krankenhäusern einstellen

Krankenhäuser müssen innerhalb von 48 bis 72 Stunden zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten organisieren können

Die Zahl der Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt auch in Brandenburg deutlich an: seit Anfang Oktober hat sich die Zahl mehr als verzwanzigfacht. Angesicht des rasant steigenden Infektionsgeschehens hat sich Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher jetzt mit einem Brief an alle Krankenhäuser im Land Brandenburg gewandt. „Planbare Aufnahmen und Operationen sollten bei Bedarf jederzeit so reduziert werden, dass kurzfristig ausreichende Aufnahmekapazitäten für Covid-19 Patientinnen und Patienten bereitstehen“, schreibt sie darin.

Die Brandenburger Krankenhäuser müssen weiterhin in der Lage sein, innerhalb von 48 bis 72 Stunden weitere Behandlungskapazitäten für COVID-19 Patientinnen und Patienten zu organisieren, wenn ein Anstieg der stationären Aufnahme von COVID-19-Patienten dies erfordert.

Ministerin Nonnemacher: „Ich behalte mir vor, in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens im Land Brandenburg den Krankenhäusern erneut quantitative Vorgaben zur Sicherstellung der Versorgung von COVID-19-Patienten festzulegen. Klar ist, dass Krankenhäuser eine finanzielle Hilfe bekommen müssen, wenn sie Betten für Corona-Patienten freihalten. Wir brauchen hier wie schon in der ersten Welle eine verbindliche Zusage vom Bund.

Allen ist auch bewusst, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten nur mit genügend Personal gewährleistet werden kann. Deshalb ist es in dieser schwierigen Zeit notwendig, dass die sogenannte Pflegepersonaluntergrenze wieder ausgesetzt wird. Dafür setze ich mich auf Bundesebene ein. Es ist für die Krankenhäuser jetzt wichtig, dass sie sanktionsfrei von den Vorgaben der Pflegepersonaluntergrenze abweichen können.“

Aktuell werden in Brandenburg 276 Personen wegen einer COVID-19-Erkrankung stationär behandelt, davon befinden sich 77 in intensivmedizinischer Behandlung, hiervon müssen 39 beatmet werden. In Brandenburg stehen 1.028 Beatmungsbetten zur Verfügung, davon sind 668 derzeit nicht belegt (Quelle: IVENA).