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04.05.2022

| 187/2022

Nonnemacher: „Verlässliche, flächendeckende Geburtshilfe für Brandenburg“

Internationaler Hebammentag am 5. Mai

Symbolfoto Hebamme (Foto: © Kzenon / Fotolia) Foto: © Kzenon / Fotolia
Symbolfoto Hebamme (Foto: © Kzenon / Fotolia) Foto: © Kzenon / Fotolia

Zum morgigen Internationalen Hebammentag (5. Mai) erklärt Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Jeden Tag übernehmen Hebammen und Entbindungshelfer die äußerst verantwortungsvolle Aufgabe, Frauen und ihre Kinder in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett zu begleiten. Damit leisten sie einen unersetzbaren Beitrag zur Versorgung und Begleitung von Frauen und Familien. Wir setzen uns weiter für eine verlässliche und flächendeckende Geburtshilfe in ganz Brandenburg ein. Mit dem Hebammenaktionsplan unterstützen wir Hebammen zum Beispiel seit 2020 erfolgreich bei der Praxisgründung in ländlichen Regionen.“ Jährlich werden in Brandenburg circa 19.000 Kinder lebend geboren. Grundsätzlich soll bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein.

Im Rahmen des Hebammenaktionsplans ist seit dem 1. August 2020 die Hebammenförderrichtlinie des Brandenburger Gesundheitsministeriums in Kraft. Auch in diesem Jahr stehen insgesamt wieder 250.000 Euro im Landeshaushalt zur Verfügung. Damit können in Brandenburg tätige Hebammen finanzielle Unterstützung für die Ausbildungsbegleitung, Gründung einer eigenen Praxis oder Fortbildungen beim Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) beantragen.

Gesundheitsministerin Nonnemacher: „Mit der Hebammenförderrichtlinie unterstützen wir Hebammen gezielt bei der Ausübung ihres Berufes und bieten gleichzeitig einen wirksamen Anreiz, sich nach dem Ausbildungsabschluss in Brandenburg niederzulassen. So leisten wir einen Beitrag dazu, den Hebammenberuf in ganz Brandenburg attraktiver zu machen und die Versorgungslage im Land quantitativ und qualitativ zu verbessern.“

Im Herbst 2021 haben erstmals achtzehn angehende Hebammen an der BTU Campus Senftenberg das duale Studium der Hebammenwissenschaft aufgenommen. Damit wird das am 1. Januar 2020 in Kraft getretene neue Hebammengesetz umgesetzt, das – nach Ablauf einer maximal bis Ende 2027 andauernden Übergangsfrist – den Hebammenberuf vollständig akademisiert. Parallel können angehende Hebammen und Entbindungshelfer im Herbst 2022 letztmalig die fachschulische Ausbildung an der Hebammenschule in Eberswalde beginnen. Damit findet in Brandenburg ein fließender Übergang von fachschulischer zu akademischer Ausbildung statt, was ebenfalls zum Erhalt der Versorgungssicherheit beitragen wird.

Manuela Dörnenburg, Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Männern und Frauen: „Frauen müssen die Gewissheit haben, dass sie vor, während und nach der Geburt von einer Hebamme betreut werden. Die Kliniken sind aufgerufen für einen guten Betreuungsschlüssel zu sorgen, aber sie müssen auch die Fachkräfte finden. Deshalb ist die Akademisierung der Ausbildung von Hebammen der richtige Schritt. Der Beruf muss aufgewertet und für junge Menschen attraktiver werden, damit wir ein flächendenkendes Angebot schaffen und halten können. Faire Bezahlung sowie gute Arbeitsbedingungen sind weitere wichtige Voraussetzungen, um mehr Menschen für diese wichtige Tätigkeit zu gewinnen.“

In Brandenburg gibt es aktuell 24 Krankenhäuser mit geburtshilflichen Abteilungen, die auch in den dünn besiedelten Regionen die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden, Müttern und Neugeborenen sicherstellen. Ein großer Teil dieser Kliniken bietet bereits Praxiseinsatzstellen für angehende Hebammen in Ausbildung und Studium an. Aktuell unterstützt das Land den Studiengang Hebammenwissenschaft an der BTU dabei, weitere Praxiseinsatzstellen für den Studiengang zu gewinnen.

Laut Statistischem Landesamt hat sich die Anzahl der in Brandenburg angestellt beschäftigten Hebammen in der Zeit von 2000 bis 2019 um ca. 41 Prozent erhöht. Im selben Zeitraum stieg die Anzahl der Geburten um 3 Prozent. Konkret waren Ende 2019 in den Brandenburger Krankenhäusern insgesamt 236 Hebammen fest angestellt (davon gut 50 Prozent in Teilzeit) und weitere 44 Beleghebammen tätig. Viele der festangestellten Hebammen sind parallel auch freiberuflich tätig. Da die Zahl der freiberuflich tätigen Hebammen in Brandenburg statistisch nicht erfasst wird, kann diese nur geschätzt werden. Der Hebammenverband Brandenburg e.V. geht inkl. der Beleghebammen von bis zu 450 freiberuflich tätigen Hebammen aus. Diese bieten neben der Geburtshilfe insbesondere Schwangerenvorsorge und Wochenbettbetreuung, Hilfeleistungen bei Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtsvorbereitung, Still- und Ernährungsberatung sowie Rückbildungsgymnastik an. Geschätzt ist somit von etwa 550 bis 580 Hebammen auszugehen, die aktuell ihren Beruf in Brandenburg in Voll- und Teilzeit ausüben.

Seit 1991 findet der Hebammentag jährlich am 5. Mai statt. Er soll durch verschiedene Aktionsformen und Öffentlichkeitsarbeit Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Geburtshilfe lenken und für die Probleme in der Geburtshilfe zu sensibilisieren.