16.03.2021

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Aussetzung der Impfung mit AstraZeneca: Was bedeutet das für Brandenburg?

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Die Bundesregierung hat die Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Bis zum Abschluss der Bewertung durch die EMA werden die Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in ganz Deutschland ausgesetzt. Damit finden bis auf weiteres auch in Brandenburg keine Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca statt. Was bedeutet das konkret für Brandenburgerinnen und Brandenburger? Hier Antworten auf häufig gestellte Fragen:

Welche Impf-Termine müssen jetzt abgesagt werden?

In dieser Woche (Kalenderwoche 11) waren landesweit rund 22.500 Erst-Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca in den Impfzentren geplant. In Brandenburg erhalten alle impfberechtigten Personen bei der Terminvergabe immer beide Termine für die Erst- und Zweitimpfung. Von allen rund 22.500 Personen müssen leider beide Termine (Erst- und Zweitimpfung) abgesagt werden.

Außerdem waren in dieser Woche circa 1.200 Impfungen mit AstraZeneca von Lehrkräften in zehn Krankenhäusern geplant. Auch diese Impfungen können jetzt nicht stattfinden.

Ich habe einen Impf-Termin. Wie erfahre ich, dass er nicht stattfindet?

Alle AstraZeneca-Impftermine wurden online über die Buchungsplattform www.impfterminservice.de vergeben. Bei ca. 95 Prozent aller Terminbuchungen haben die Personen eine E-Mail angegeben. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) informiert alle Betroffenen, die in dieser Woche einen Termin für ihre Erstimpfung mit AstraZeneca hatten, wurden bereits per E-Mail über die Terminabsage informiert.

Hinweis: Alle Personen, die in dieser Woche einen Impftermin mit AstraZeneca in einem Impfzentrum im Land Brandenburg haben, sollten nicht zum Impfzentrum fahren! Die Impfung kann nicht durchgeführt werden. Wir bitten alle um ihr Verständnis.

Ich hatte schon meine Erstimpfung mit AstraZeneca. Was ist mit meinem Termin für die Zweitimpfung?

Alle Personen, die schon eine Erstimpfung mit AstraZeneca hatten, behalten ihren Termin für ihre Zweitimpfung. Diese Termine bleiben bestehen!

Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung beträgt bei AstraZeneca zwischen neun und zwölf Wochen. Die ersten Impfungen mit AstraZeneca fanden in Brandenburg am 17. Februar 2021 statt. Das bedeutet, dass die ersten Zweitimpfungen Mitte April folgen.

Wie komme ich jetzt an neue Impftermine?

Solange die Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca in Deutschland ausgesetzt sind, können keine neuen Impftermine auf dem Buchungs-portal www.impfterminservice.de vergeben werden.

Sobald der Impfstoff wieder empfohlen wird, sollen die von der Terminabsage betroffenen Personen per E-Mail über die Möglichkeit der Terminbuchung informiert werden. Danach wird auf dem Portal www.brandenburg-impft.de und über die Presse über die Terminvergabe informiert.

Wichtig: Abgesagte Termine müssen selbstständig neu gebucht werden. Das gilt für die Erst- und Zweitimpfung.

Kann ich statt AstraZeneca nicht einfach den Impfstoff von BioNTech erhalten?

Brandenburg hat leider nicht genügend Impfstoffdosen von BioNTech und Moderna erhalten, um die AstraZeneca-Termine damit ersetzen zu können. Diese mRNA-Impfstoffe werden aktuell vor allem für Impfungen von über 80-Jährigen sowie für mobile Impfungen in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe verwendet. Auch im heute eröffneten Impfzentrum in Perleberg (Landkreis Prignitz) wird aktuell nur der Impfstoff von BioNTech verwendet.

Ich soll mit dem Impfstoff von BioNTech bzw. Moderna geimpft werden. Was bedeutet das für mich?

Alle bereits gebuchten Impf-Termine mit Impfstoffen der Hersteller BioNTech oder Moderna sind nicht betroffen und finden wie vereinbart statt. Diese Impfungen werden also wie vereinbart in den Impfzentren durchgeführt.

Warum wurde das Impfen mit AstraZeneca ausgesetzt?

In mehreren Fällen wurde in Deutschland in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit AstraZeneca eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenen-Thrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen festgestellt. Deswegen hat das Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, die Impfung mit AstraZeneca vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu untersuchen. Das Bundesministerium für Gesundheit ist dieser Empfehlung gefolgt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Impfung ist Vertrauenssache und kein Zwang. Jeder Impfling muss sicher sein, dass alle Informationen zum Impfstoff transparent und vollständig vermittelt werden und nichts zurückgehalten wird. Auch seltene, aber gegebenenfalls schwerwiegende Nebenwirkungen müssen sorgfältig geprüft werden.

Freitag wurde die Impfung mit AstraZeneca noch nicht ausgesetzt. Jetzt schon. Was hat sich seit Freitag geändert?

Seit Freitag (12. März) wurden drei neue Fälle von Hirnvenen-Thrombosen gemeldet, zwei davon am Montag. Insgesamt gibt es jetzt sieben Fälle im Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfungen, drei davon sind tödlich verlaufen. Trotz der hohen Zahl an Impfungen mit AstraZeneca (insgesamt 1,6 Millionen) ist das überdurchschnittlich viel. Deshalb hat das PEI nach fachlicher Beratung entschieden, eine vorläufige Aussetzung der Impfungen zu empfehlen. Dem ist die Bundesregierung gefolgt.

Worauf müssen diejenigen achten, die mit AstraZeneca geimpft worden sind?

Wer 4 bis 14 Tage nach einer Impfung mit AstraZeneca anhaltende Kopfschmerzen entwickelt oder punktförmige Hautblutungen bei sich entdeckt, sollte sich dringend in ärztliche Behandlung begeben.

Wann treten die Nebenwirkungen auf?

Man muss unterscheiden zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen. Impfreaktionen treten direkt im Anschluss an eine Impfung auf und dauern zumeist nur einen Tag. Sie sind Zeichen einer Immunreaktion des Körpers und deshalb unbedenklich. Wer mit drei Tagen Abstand zur Impfung allerdings Nebenwirkungen feststellt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wann wird entschieden, ob der Impfstoff weiter zugelassen bleibt?

Das ist noch nicht klar. Die EMA wird dazu alle Berichte der europäischen Arzneimittelbehörden auswerten.

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