08.03.2021

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Brandenburg impft: Impfkapazitäten in Impfzentren werden um 80 Prozent erhöht

Impftermine mit AstraZeneca online buchen – Impfangebot für über 70-Jährige – Pilotprojekt in den Arztpraxen erfolgreich angelaufen – Mobiles Impfen startet in der ambulanten Pflege

In den elf Brandenburger Impfzentren wird ab Mittwoch (10. März) von 8 bis 20 Uhr und auch samstags geimpft. Bisher waren die Impfzentren Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Die Ausweitung bedeutet eine Erhöhung der Impfkapazitäten um 80 Prozent. Darüber informierten Gesundheitsministerium, Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und der DRK-Landesverband Brandenburg e.V. am Montag (8. März). Zusätzliche Dynamik gewinnt die landesweite Impfkampagne durch die positive Nachricht, dass der Impfstoff AstraZeneca von der STIKO nun auch für Personen über 65 Jahre empfohlen wird. Brandenburg hat das sofort umgesetzt: Seit Samstag (06.03.) können auch alle impfberechtigten Personen über 65 Impftermine online buchen. Dabei wird die nächste Personengruppe aus der Priorisierungsstufe 2 („hohe Priorität“) einbezogen: alle Brandenburgerinnen und Brandenburger, die das 70. Lebensjahr vollendet haben, können online unter www.impfterminservice.de ihre Impftermine buchen.

  • Ausbau Impfkapazitäten in Impfzentren: Ab 10 März werden die Öffnungszeiten der elf Impfzentren um 80 Prozent ausgebaut.
  • Mit AstraZeneca als empfohlenem Impfstoff auch für über 65-Jährige entsteht deutlich mehr Flexibilität bei der Terminvergabe.
  • Die Nachfrage nach Online-Terminen für Impfungen mit AstraZeneca variiert. In vielen Impfzentren sind die Termine ausgebucht. Freie Kapazitäten gibt es vor allem in den Impfzentren Prenzlau, Kyritz, Elsterwerda und Luckenwalde.
  • Eine Online-Buchung unter www.impfterminservice.de ist kurzfristig als Last-Minute-Buchung noch eine Stunde vor dem Termin möglich.
  • 52.000 über 85-Jährige wurden schon mit einem Brief über ihr Impfangebot informiert.
  • In dieser Woche bereits über 41.000 Impftermine in elf Impfzentren gebucht.
  • Die Erstimpfungen in vollstationären Pflegeeinrichtungen sind abgeschlossen. Zweitimpfungen bis Ende März.
  • Mobiles Impfen tritt in die nächste Phase: Impfungen in ambulanten Wohnformen der Pflege.
  • Erfolgreicher Start des KVBB-Modellprojekts „Impfen in Arztpraxen“.
  • Weitere Impftage in Krankenhäuser für Lehrerinnen und Lehrer.
  • Bereits 206.864 Erst- und Zweitimpfungen in Brandenburg

 

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Die Impfzentren bieten beste Voraussetzungen, viele Tausend Menschen in sehr kurzer Zeit zu impfen. Deshalb bauen wir die Kapazitäten unserer Impfzentren wie geplant deutlich aus. Diese Strukturen müssen wir voll auslasten. Alle Personen, die impfberechtigt sind, sind aufgerufen, das Impfangebot in den Impfzentren jetzt zu nutzen. Gleichzeitig begrüße ich die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Spahn, dass die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte schon ab Ende März im Rahmen der Regelversorgung Corona-Schutzimpfungen routinemäßig durchführen können. Je schneller, desto besser. Das ist unsere Forderung. Damit wir allen bis Ende des Sommers ein Impfangebot machen können, müssen wir alle vier Säulen der Impfkampagne – niedergelassenen Ärzteschaft, voll ausgelastete Impfzentren, mobile Impfteams besonders in Pflegeeinrichtungen sowie Impfangebote in Krankenhäusern – voll nutzen.“

Dr. Peter Noack, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB): „Es ist eine Mär, dass im Land Impfstoff in größere Mengen im Kühlschrank lagert. Alles, was wir haben, ist verplant. Der Flaschenhals sind weiter die Impfstofflieferungen, die wir erhalten. Wir können nur so viele Termine vergeben, wie Impfstoff-Dosen wirklich da sind. Das ist das Rückgrat unserer Planungen. Deshalb können wir den Modellpraxen nur rund 100 Impfdosen pro Woche liefern, obwohl diese gern viel mehr impfen würden. Letztendlich muss der Bundesgesundheitsminister seine Impfverordnung ändern, um das Impfen in allen Arztpraxen zu ermöglichen und dafür kontinuierlich für ausreichend Impfstofflieferungen sorgen.“

Hubertus C. Diemer, Vorsitzender des Vorstandes des DRK-Landesverbandes Brandenburg: „Wir starten in dieser Woche in die nächste Phase des mobilen Impfens. Die Erstimpfungen in vollstationären Pflegeeinrichtungen sind erfolgreich abgeschlossen, sodass wir uns jetzt auf ambulante Wohnformen der Pflege konzentrieren können. Allein in dieser Woche werden die mobilen Impfteams in allen Einrichtungen der Intensivpflege Erstimpftermine durchführen. Gleichzeitig beginnen die Impfteams im Rahmen einer Pilotphase mit Impfungen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Ausweitung des mobilen Impfangebots jetzt noch mehr Menschen erreichen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf haben. Das aufsuchende Angebot des mobilen Impfens ist ein zentraler Baustein für den Schutz der besonders gefährdeten Menschen in unserer Gesellschaft.“

Übersicht: Mehr Kapazität, mehr Flexibilität, mehr Tempo

Pilotprojekt „Impfungen in Arztpraxen“ erfolgreich gestartet: Die KVBB hat in Zusammenarbeit mit vier Arztpraxen in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge diese Woche ein viel beachtetes Projekt gestartet, um die Einbeziehung der Vertragsärzte in die Impfkampagne zu erproben. Der Start war verheißungsvoll und stieß auf breite Zustimmung sowohl bei den beteiligten Arztpraxen als auch bei den Impfberechtigten. Die Zahl der daran teilnehmenden Praxen soll noch im März auf rund 50 erweitert werden mit dem Ziel, die Impfkampagne flächendeckend auf ganz Brandenburg mit mehr als 1.000 bereitstehenden Praxisteams auszurollen. Dafür wird kontinuierlich ausreichend Impfstoff benötigt. Bund und Länder vereinbarten in der vergangenen Woche, dass Corona-Schutzimpfungen in Arztpraxen sowie bei ärztlichen Hausbesuchen ab Monatswechsel regelhaft verabreicht werden können. In dem Modellprojekt geht es darum, die Abläufe in Logistik und Dokumentation im Praxis-Echtbetrieb zu erproben. Die Modellpraxen ersetzen keine Impfzentren.

AstraZeneca auch für über 65-Jährige: Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), den Impfstoff AstraZeneca nun auch für über 65-Jährige zu empfehlen, verhilft den Impfzentren, mobilen Impfteams und Vertragsärzten zu sehr viel mehr Flexibilität, da dieser Impfstoff im Kühlschrank aufbewahrt werden kann und nicht in einer Tiefkühlkette verbleiben muss. Er kann also leichter transportiert werden.

Erfolgreiche Briefaktion: 52.000 über 85-jährige Brandenburgerinnen und Brandenburger haben mittlerweile einen persönlichen Einladungstermin erhalten. Die nächsten Briefe werden in einem etwas größeren zeitlichen Abstand versandt, um das Anrufaufkommen im Call Center noch besser zu steuern.

Terminbuchungen: Bei hohem Anrufaufkommen oder übermäßigen Buchungsanfragen kann es im Einzelfall zu Verzögerungen oder zeitweise Ausschöpfung der Buchungskapazitäten an der Sonderrufnummer kommen. Es wird empfohlen, auch abends und vor allem am Wochenende Termine zu vereinbaren. Die Call Center sind sieben Tage die Woche von 8 bis 20 Uhr besetzt.

Impfzentren länger geöffnet: Ab kommenden Mittwoch (10. März) sind die 11 Impfzentren von 8 bis 20 Uhr geöffnet, auch an Samstagen. Damit wird die Impfkapazität um 80 Prozent gesteigert und erlaubt eine flexiblere Termingestaltung.

Keine Warteschlangen mehr am IZ-Potsdam: Zunächst entstandene längere Wartezeiten am Impfzentrum Potsdam wurden durch weitere Registrierungsschalter und andere Sofortmaßnahmen abgebaut, sodass dort der Regelbetrieb wieder planmäßig verläuft.

Start der nächsten Phase mobiles Impfen: Nach Abschluss der Erstimpfungen in der vollstationären Pflege weiten die mobilen Impfteams ihr Angebot auf ambulante Wohnformen der Pflege aus. Seit dem 1. März können Einrichtungen über das Online-Buchungssystem des DRK ihre Impftermine buchen.

Impfungen von Lehrerinnen und Lehrer in Krankenhäusern: In Ergänzung des Impfangebots in den Impfzentren werden auf Anregung der Kommunen in ausgewählten Krankenhäusern Impftage für Personen, die in der Primarstufe und Förderschulen tätig sind, durchgeführt werden. In der vergangenen Woche wurden so am 4. und 5. März rund 1.000 Impfungen in sechs Krankenhäusern durchgeführt. In dieser Woche werden an acht Krankenhäusern am Donnerstag und Freitag Impftage angeboten, bis zu 1.500 Impfungen sind möglich. Die Impftermine werden über die Schulämter koordiniert.

Übersicht: Impfangebote im Land Brandenburg

Wer

Impfstoff

Terminvereinbarung

Personen über 70 Jahren

AstraZeneca

Online-Buchung unter www.impfterminservice.de 

Personen über 80 Jahren

Biontech/Pfizer, Moderna/

Personen erhalten jahrgangsweise, beginnend mit den über 85-jährigen, ein Impfangebot per Post und können über eine Sonderrufnummer einen Termin buchen.

Mobiles Impfen

Biontech/Pfizer

Nach Abschluss der Erstimpfungen in den vollstationären Pflegeeinrichtungen in der KW 9 starten ab der KW 10 Impfungen in ambulanten Wohnformen der Pflege. Gleichzeitig wird der Impfstart für Einrichtungen der Eingliederungshilfe vorbereitet. Das Sozialministerium informiert Einrichtungsträger.

Beschäftigte in Krankenhäusern und Reha-Kliniken

AstraZeneca

Krankenhausbeschäftige werden in Krankenhäusern geimpft.

Personen mit Vorerkrankung oder Behinderung gemäß zweiter Stufe mit hoher Priorität laut Impfverordnung

AstraZeneca

Voraussetzung ist ein ärztliches Zeugnis über die Erkrankung nach Paragraph 3 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe a bis i. Buchung über www.impfterminservice.de

Beschäftigte in besonderen Berufsgruppen (z.B. Pflege, ambulante Medizin)

AstraZeneca

Benötigen eine Arbeitgeberbescheinigung als Nachweis. Die Terminvermittlung erfolgt über www.impfterminservice.de.

Erzieher und Lehrer von Grund-, Sonder- und Förderschulen

AstraZeneca

Buchung über www.impfterminservice.de Die notwendige Arbeitgeberbescheinigung wird vom Bildungsministerium bereitgestellt.

Darüber hinaus gibt es auch Impftage in ausgewählten Krankenhäusern.

Modellprojekt Impfungen in Arztpraxen

AstraZeneca

Seit dem 3. März läuft ein Modellprojekt der KVBB mit vier Praxen, in dieser Woche sollen weitere hinzukommen. Es ist geplant, die Zahl der impfenden Ärztinnen und Ärzte im Laufe des Monats auf gut 50 zu erhöhen und danach flächendeckend bis zu 1000 Praxen zu beteiligen, die sich zur Mithilfe bereit erklärt haben. Geimpft werden soll in den Praxen und bei Hausbesuchen. Die Terminvereinbarung läuft über die beteiligten Praxen.

Weitere Informationen im Internet: https://brandenburg-impft.de