30.12.2020

| 670/2020

Afrikanische Schweinepest: Leiterin des Krisenstabs zufrieden mit bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche

Gut hundert Tage nach dem ersten amtlichen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg und damit auf deutschem Boden, sieht die Leiterin des ASP Krisenstabs, Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, die Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche auf einem guten Weg.

„Das Jahr 2020 war auch das Jahr, in dem für uns der aktive Kampf gegen eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest von Polen weiter nach Westen begonnen hat. Im Rückblick bin ich sehr zufrieden mit den getroffenen Eindämmungsmaßnahmen. Trotz Munitionsfunden auf den Zaunstrecken und immer wieder schwierigem Gelände ist es gelungen, innerhalb weniger Wochen riesige Teile des gefährdeten Gebietes einzuzäunen. Insgesamt wurden dabei bereits mehr als 300 Kilometer Festzaun gebaut. Die intensive Fallwildsuche wurde und wird unterstützt von vielen Helferinnen und Helfern unter anderen aus Bundeswehr, THW, Polizeihubschrauberstaffel Brandenburg, freiwilliger Feuerwehr, Jägerschaft, Landwirtinnen und Landwirten sowie Behörden und weiteren Freiwilligen vor Ort. Ich danke sehr für diese großartige Teamleistung“, so Anna Heyer-Stuffer.

Nach dem zügigen Aufstellen temporärer Zäune hat Brandenburg am 24. September im Süden des Landes mit dem Bau eines festen Zauns entlang der Grenze zu Polen begonnen. Von insgesamt rund 270 Kilometern sind gut 130 Kilometer fertig gestellt. Der Zaun zwischen Frankfurt (Oder) und der sächsischen Grenze ist vollständig geschlossen. Im Landkreis Märkisch-Oderland werden derzeit gut 40 Kilometer Zaun gebaut, im Barnim sind neun Kilometer fertig gestellt, die Uckermark wird im Januar mit dem Bau eines rund 60 Kilometer langen Zaunstückes bis Mecklenburg-Vorpommern beginnen.

„Auch die feste Umzäunung der drei Kerngebiete und der Bau der sogenannten Weißen Zonen geht zügig voran. Die Abgrenzung der Weißen Zone durch eine doppelte Umzäunung des ersten Kerngebiets um Neuzelle ist abgeschlossen. Hier hat die Entnahme der Wildschweine über Lebendfallen begonnen. Der äußere Ring der Weißen Zone um das zweite Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland ist ebenfalls fertig gestellt. Mit der Abgrenzung einer Weißen Zone um das dritte Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree wurde bereits begonnen. Unser Ziel ist die vollständige Entnahme der Wildschweine aus diesen Gebieten, um dort die Infektionsketten vollständig zu unterbrechen“, so Heyer-Stuffer.

Insgesamt 375 ASP-Fälle

Das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat bei weiteren Wildschweinen den amtlichen ASP-Verdacht bestätigt. Damit gibt es jetzt insgesamt 375 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild im Land Brandenburg:

Fundort

Anzahl bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen (Stand: 30. Dezember 2020)

Landkreis Spree-Neiße

29

Landkreis Oder-Spree

228

Landkreis Märkisch-Oderland

118

Land Brandenburg gesamt

375

 

Der erste ASP-Ausbruch beim Schwarzwild ist im Land Brandenburg am 10. September 2020 amtlich festgestellt worden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

Mehr Informationen: https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/themen/verbraucherschutz/veterinaerwesen/tierseuchen/afrikanische-schweinepest/