11.10.2020

| 501/2020

Frauen- und Gleichstellungsministerin Nonnemacher: „Gleichstellung von Anfang an"

Internationaler Mädchentag

Der heutige Internationale Mädchentag macht weltweit auf die Bedürfnisse und die strukturelle Benachteiligung von Mädchen aufmerksam. „Es geht um Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen und zwar von Anfang an. Auch in Brandenburg gibt es da noch viel zu tun. Darum rufe ich heute alle Mädchen im Land dazu auf, ihre Rechte wahrzunehmen, an die Erwachsenen appelliere ich, diese Rechte einzuräumen und zu stärken", so Frauen- und Gleichstellungsministerin Ursula Nonnemacher.

„Heul nicht wie ein Mädchen“ oder „Sei kein Mädchen!“, nach wie vor haben solche Sprüche Verwendung im allgemeinen Sprachgebrauch. Mädchen wird dadurch Schwäche und weniger Durchsetzungskraft zugeschrieben und weniger zugetraut als Jungen. „Dieser Umgang hat Konsequenzen fürs Leben, er prägt die spätere Benachteiligung von Frauen bereits im Kindesalter und setzt sich fort bis in die Berufswahl. Mädchen - wie übrigens auch Jungen - entscheiden sich nicht frei von Stereotypen für ihren Beruf. Frauendominierte Berufe sind häufig gesellschaftlich weniger anerkannt und werden schlechter bezahlt. Dabei erzielen Mädchen im Land Brandenburg die besseren Bildungsabschlüsse", so Ministerin Nonnemacher.

Benachteiligungen, die Mädchen betreffen, finden sich zudem im Bereich häuslicher, sexualisierter und digitaler Gewalt. Laut einer Studie von Plan International haben 70 Prozent der in Deutschland befragten Mädchen bereits digitale Gewalt und Belästigung in den sozialen Medien erlebt. Die Plattform, auf der die Betroffenen in Deutschland am meisten belästigt werden, ist Instagram (45 Prozent), gefolgt von Facebook (35 Prozent), YouTube (22 Prozent), Snapchat (19 Prozent), Tik Tok (9 Prozent) und Twitter (8 Prozent). Laut der Jugend-Information-Medien-Studie 2019 sind Mädchen mehr als doppelt (11%) so häufig von Cybermobbing betroffen als Jungen (4%) und auch beim Phänomen Cyber-Grooming, dem Heranmachen an Kinder im Internet, sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen.

„Dass das Netz offenbar als rechtsfreier Raum wahrgenommen wird, in dem Mädchen ungehindert belästigt werden können, macht mir Sorgen. Es zeigt, wie dringend die Präventionsarbeit gegen häusliche und sexualisierte Gewalt ausgebaut und als Standard in die Konzepte aller Institutionen des Jugendhilfe- und Jugendbildungssystems aufgenommen werden muss. Ich setze mich klar für den Ausbau und einer stärkeren Förderung der Mädchenangebote sowie die Sichtbarmachung mädchenpolitischer Ziele im Land ein", so Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg.

Die Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchen*arbeit im Land Brandenburg (KuKMA) berät Fachkräfte der Jugendhilfe und arbeitet landesweit mit fünf Mädchen*treffs zusammen. Dort finden Mädchen Rückzugsräume für sich, in denen sie sich entfalten und in mädchen*spezifischen Angeboten ausprobieren können. Während der Covid19-Pandemie und insbesondere während des Lockdowns haben die Mädchen*treffs in Brandenburg einen wichtigen Beitrag in den Bereichen Beratung, Prävention und Schutz vor Gewalt geleistet. Das MSGIV unterstützt die KuKMA mit rund 56.000 € pro Jahr und fördert seit 1992 Mädchenprojekte im Land.

Mehr: www.kukma.de