Gender Mainstreaming – Chancengleichheit von Frauen und Männern

Symbolbild für das Thema Geschlechtergleichheit, Foto: © Thunderstock / Fotolia

Eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt es nicht. Frauen und Männer haben strukturbedingt unterschiedliche Arbeits- und Lebensrealitäten. Für eine geschlechtergerechte Gestaltung dieser Realitäten ist die gleichberechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen wie Geld, Zeit, Raum, Arbeit und Versorgung wichtig. Darauf baut der Ansatz "Gender Mainstreaming" auf.

"Gender Mainstreaming" bezeichnet den Prozess und die Vorgehensweise, die Geschlechterperspektive in der Gesamtpolitik aufzunehmen. Das bedeutet, von Anfang an zu prüfen wie sich gesellschaftliche Vorhaben auf die unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnisse von Mädchen und Jungen sowie von Frauen und Männern auswirken können.

Mit Hilfe von Gender Mainstreaming wird also die Entwicklung, Organisation und Evaluierung von politischen Entscheidungsprozessen und Maßnahmen so betrieben, dass in jedem Politikbereich und auf allen Ebenen die Ausgangsbedingungen und Auswirkungen auf die Geschlechter berücksichtigt werden, um auf das Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung hinwirken zu können.

Dieser gleichstellungspolitische Ansatz des Gender Mainstreaming ist das Gerüst der brandenburgischen Gleichstellungspolitik.

Symbolbild für das Thema Geschlechtergleichheit, Foto: © Thunderstock / Fotolia
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Eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt es nicht. Frauen und Männer haben strukturbedingt unterschiedliche Arbeits- und Lebensrealitäten. Für eine geschlechtergerechte Gestaltung dieser Realitäten ist die gleichberechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen wie Geld, Zeit, Raum, Arbeit und Versorgung wichtig. Darauf baut der Ansatz "Gender Mainstreaming" auf.

"Gender Mainstreaming" bezeichnet den Prozess und die Vorgehensweise, die Geschlechterperspektive in der Gesamtpolitik aufzunehmen. Das bedeutet, von Anfang an zu prüfen wie sich gesellschaftliche Vorhaben auf die unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnisse von Mädchen und Jungen sowie von Frauen und Männern auswirken können.

Mit Hilfe von Gender Mainstreaming wird also die Entwicklung, Organisation und Evaluierung von politischen Entscheidungsprozessen und Maßnahmen so betrieben, dass in jedem Politikbereich und auf allen Ebenen die Ausgangsbedingungen und Auswirkungen auf die Geschlechter berücksichtigt werden, um auf das Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung hinwirken zu können.

Dieser gleichstellungspolitische Ansatz des Gender Mainstreaming ist das Gerüst der brandenburgischen Gleichstellungspolitik.


Unterschiede zwischen der klassischen Frauenpolitik und Gender Mainstreaming

  • Wechsel der Perspektive

    Während die Frauenpolitik vorwiegend auf die Personengruppe der Frauen bzw. der weiblichen Jugendlichen und Mädchen fokussiert ist, erweitert der Ansatz des Gender Mainstreaming den Blickwinkel und schaut gleichzeitig auf beide Geschlechter, also auch auf Männer bzw. männliche Jugendliche und Jungen.

    Während die Frauenpolitik vorwiegend auf die Personengruppe der Frauen bzw. der weiblichen Jugendlichen und Mädchen fokussiert ist, erweitert der Ansatz des Gender Mainstreaming den Blickwinkel und schaut gleichzeitig auf beide Geschlechter, also auch auf Männer bzw. männliche Jugendliche und Jungen.

  • Chancengleichheit - gemeinsame Verantwortung aller

    Charakteristisch für die Frauen- und Gleichstellungspolitik war bisher deren Zuordnung zum Frauenministerium oder zur Gleichstellungsbeauftragten in Behörden und Unternehmen. Beim Gender Mainstreaming dagegen ist es die Aufgabe aller an einer Entscheidung beteiligten Personen, auf die Gleichstellung der Geschlechter hinzuwirken. Daraus folgt, dass die Verantwortung für Chancengleichheit nicht mehr an spezielle organisatorische Einheiten delegiert werden kann: Alle in einer Institution oder Behörde Tätigen sind für die Gleichstellung in ihrem Fach- beziehungsweise Zuständigkeitsbereich verantwortlich.

    Charakteristisch für die Frauen- und Gleichstellungspolitik war bisher deren Zuordnung zum Frauenministerium oder zur Gleichstellungsbeauftragten in Behörden und Unternehmen. Beim Gender Mainstreaming dagegen ist es die Aufgabe aller an einer Entscheidung beteiligten Personen, auf die Gleichstellung der Geschlechter hinzuwirken. Daraus folgt, dass die Verantwortung für Chancengleichheit nicht mehr an spezielle organisatorische Einheiten delegiert werden kann: Alle in einer Institution oder Behörde Tätigen sind für die Gleichstellung in ihrem Fach- beziehungsweise Zuständigkeitsbereich verantwortlich.

  • Ansatzpunkt: Gender Mainstreaming ist überall

    Die Frauenförderpolitik kann erst greifen, wenn die Benachteiligung von Frauen in einer konkreten Situation offensichtlich wird.

    Gender Mainstreaming setzt bei allen politischen Entscheidungen mit dem Ziel an, die unterschiedliche Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern zu berücksichtigen, auch dann, wenn die Politik auf den ersten Blick keine geschlechtsspezifischen Probleme sieht.

    Die Frauenförderpolitik kann erst greifen, wenn die Benachteiligung von Frauen in einer konkreten Situation offensichtlich wird.

    Gender Mainstreaming setzt bei allen politischen Entscheidungen mit dem Ziel an, die unterschiedliche Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern zu berücksichtigen, auch dann, wenn die Politik auf den ersten Blick keine geschlechtsspezifischen Probleme sieht.

  • Einbindung der Geschlechterperspektive: ex post – ex ante

    Im Rahmen ihrer Querschnittsaufgaben reagiert die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte häufig in Form von Stellungnahmen. Hierbei ist sie davon abhängig, ob und inwieweit sie in die Entscheidungsbildung eingebunden und an der Er- bzw. Bearbeitung wichtiger Verordnungen und Maßnahmen beteiligt wird.

    Beim Gender Mainstreaming soll die Geschlechterperspektive bereits bei der Planung (ex-ante-Anwendung) aller Projekte und Maßnahmen Berücksichtigung finden.

    Im Rahmen ihrer Querschnittsaufgaben reagiert die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte häufig in Form von Stellungnahmen. Hierbei ist sie davon abhängig, ob und inwieweit sie in die Entscheidungsbildung eingebunden und an der Er- bzw. Bearbeitung wichtiger Verordnungen und Maßnahmen beteiligt wird.

    Beim Gender Mainstreaming soll die Geschlechterperspektive bereits bei der Planung (ex-ante-Anwendung) aller Projekte und Maßnahmen Berücksichtigung finden.

  • Schneller Erfolg – nachhaltige Veränderung

    Ist eine Benachteiligung von Frauen sichtbar geworden, kann die Frauenförderung ein effizientes Instrument sein, um in diesem konkreten Fall Abhilfe zu leisten. Mit der Frauenförderung allein können jedoch nicht die strukturellen Ursachen der aufgedeckten Benachteiligung beseitigt werden.

    Gender Mainstreaming zielt als Strategie und Methode mittel- bis langfristig auf eine Veränderung von Systemen, Strukturen und Bedingungen ab, die eine Ungleichbehandlung von Frauen und Männern hervorrufen beziehungsweise produzieren.

    Ist eine Benachteiligung von Frauen sichtbar geworden, kann die Frauenförderung ein effizientes Instrument sein, um in diesem konkreten Fall Abhilfe zu leisten. Mit der Frauenförderung allein können jedoch nicht die strukturellen Ursachen der aufgedeckten Benachteiligung beseitigt werden.

    Gender Mainstreaming zielt als Strategie und Methode mittel- bis langfristig auf eine Veränderung von Systemen, Strukturen und Bedingungen ab, die eine Ungleichbehandlung von Frauen und Männern hervorrufen beziehungsweise produzieren.


Rechtliche und politische Grundlagen

  • EU – Ebene

    Spätestens mit dem Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages im Mai 1999 stellt Gender Mainstreaming eine rechtsverbindliche Handlungsmaxime für Politik und Verwaltung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dar.

    EG-Vertrag: "Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern." (Artikel 3 Absatz 2)

    Spätestens mit dem Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages im Mai 1999 stellt Gender Mainstreaming eine rechtsverbindliche Handlungsmaxime für Politik und Verwaltung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dar.

    EG-Vertrag: "Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern." (Artikel 3 Absatz 2)

  • Bundesebene

    Auch auf der nationalen Ebene können sich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf eine solide rechtliche und politische Legitimation stützen.

    Grundgesetz: Die Gesetzgebung schreibt nicht nur fest: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." (Artikel 3 Absatz 2 Seite 1 Grundgesetz), sondern verpflichtet den Staat darüber hinaus zu einer aktiven Gleichstellungspolitik: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." (Artikel 3 Absatz 2 Seite 2 Grundgesetz)

    Bundesgleichstellungsgesetz: "Alle Beschäftigten, insbesondere auch solche mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben, sind verpflichtet, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern. Diese Verpflichtung ist durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen (...)." (§ 2 BGleiG)

    Auch auf der nationalen Ebene können sich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf eine solide rechtliche und politische Legitimation stützen.

    Grundgesetz: Die Gesetzgebung schreibt nicht nur fest: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." (Artikel 3 Absatz 2 Seite 1 Grundgesetz), sondern verpflichtet den Staat darüber hinaus zu einer aktiven Gleichstellungspolitik: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." (Artikel 3 Absatz 2 Seite 2 Grundgesetz)

    Bundesgleichstellungsgesetz: "Alle Beschäftigten, insbesondere auch solche mit Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben, sind verpflichtet, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern. Diese Verpflichtung ist durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen (...)." (§ 2 BGleiG)

  • Landesebene

    Landesverfassung: Die Brandenburgische Verfassung nimmt in Artikel 12 Absatz 3 das Land in die Pflicht, durch wirksame Maßnahmen für die Gleichstellung von Männern und Frauen in Beruf, öffentlichem Leben, Bildung und Ausbildung zu sorgen.

    Politische Vorgaben: Das Arbeitsfeld der Gleichstellung stellt nach dem politischen Willen der Landesregierung eine Aufgabe von besonderem Gewicht dar. Die Koalition setzt sich uneingeschränkt für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Dies ist ein Querschnittsthema, das in allen gesellschaftlichen Bereichen und Politikfeldern berücksichtigt werden muss.

    Landesverfassung: Die Brandenburgische Verfassung nimmt in Artikel 12 Absatz 3 das Land in die Pflicht, durch wirksame Maßnahmen für die Gleichstellung von Männern und Frauen in Beruf, öffentlichem Leben, Bildung und Ausbildung zu sorgen.

    Politische Vorgaben: Das Arbeitsfeld der Gleichstellung stellt nach dem politischen Willen der Landesregierung eine Aufgabe von besonderem Gewicht dar. Die Koalition setzt sich uneingeschränkt für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Dies ist ein Querschnittsthema, das in allen gesellschaftlichen Bereichen und Politikfeldern berücksichtigt werden muss.