Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder Partikelfiltrierender Atemschutz (FFP) in Gesundheitseinrichtungen

Welches Schutzziel besteht beim Tragen von medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) bzw. von partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP: „filtering face piece“)?

Grundsätzlich muss unterschieden werden, welches Schutzziel verfolgt wird. Für den Patientenschutz z. B. im OP ist der übliche Mund-Nasen-Schutz ausreichend. Soll der Beschäftigte aber vor einer luftgetragenen Infektion geschützt werden, reicht der Mund-Nasen-Schutz nicht aus. Es müssen partikelfiltrierende Halbmasken getragen werden, welche als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) den Anforderungen der europäischen PSA-Verordnung (EU) 2016/425 unterliegen.

Was ist ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz?

MNS (Mund-Nasen-Schutz; synonym Operationsmasken – OP-Masken) wird überwiegend in der medizinischen Erstversorgung, der ambulanten Behandlung und in der Krankenhausversorgung sowie in der Pflege verwendet und ist ein Medizinprodukt nach dem Medizinproduktegesetz. Er muss die Anforderungen der DIN EN 14683 Medizinische Gesichtsmasken - Anforderungen und Prüfverfahren erfüllen.

Was nützt ein Mund-Nasen-Schutz?

  • MNS (Operations-(OP-)Masken) dient vor allem dem Fremdschutz und schützt den Patienten vor möglicherweise über Mund und Nase abgegebene (potentiell infektiöse) Tröpfchen desjenigen, der den Mundschutz trägt.
  • MNS kann auch wirkungsvoll das direkte Auftreffen größerer Tröpfchen z. B. im Auswurf des Patienten, auf die Mund- und Nasenpartie des Trägers verhindern.
  • MNS schützt Mund und Nase des Trägers vor Berührungen durch kontaminierte Hände.

Was ist eine Partikelfiltrierende Halbmaske (FFP)?

Partikelfiltrierende Halbmasken werden als Atemschutz gegen Aerosole aus festen oder flüssigen, nicht leicht flüchtigen Partikel eingesetzt. Sie sind persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nach der VO (EU) 2016/425. Sie müssen nach der europäischen Norm DIN EN 149 geprüft sein und die Anforderungen dieser Norm erfüllen. Je nach Rückhaltevermögen des Partikelfilters werden die Geräteklassen FFP1, FFP2 und FFP3 unterschieden. Es gibt Masken ohne Ausatemventil und Masken mit Ausatemventil. Das Ausatemventil verringert den Ausatemwiderstand. Davon zu unterscheiden sind „Halbmasken mit Partikelfilter“, welche einen festen Grundkörper und eine oder mehrere Anschlussmöglichkeiten für auswechselbare Partikelfilter besitzen.

Welche Atemschutzmasken ohne CE-Kennzeichnung haben eine vergleichbare Schutzwirkung wie FFP-Masken?

Empfehlungen dazu sind auf der Homepage der BAuA veröffentlicht.[1]

In welchen Fällen soll eine partikelfiltrierende Halbmaske (FFP) getragen werden?

FFP-Masken sind erforderlich, um medizinisches, pflegerisches und anderes Personal in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen vor Aerosolen, welche beim Umgang mit COVID-19-Patienten entstehen können, zu schützen. Auch in anderen Fällen kann das Tragen von FFP-Masken nötig sein, wenn der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung feststellt, dass Beschäftigte gegenüber infektiösen Aerosolen exponiert sind. Zum Schutz von Ärzten oder Pflegekräften vor einer Ansteckung durch den Corona-Virus SARS-CoV-2 ist mindestens Atemschutz der Schutzklasse FFP2 notwendig, bei Tätigkeiten mit ausgeprägter Exposition (z.B. bei Bronchoskopie bei patientennahen Tätigkeiten) ist Atemschutz der Schutzklasse FFP3 erforderlich.

Wer muss die partikelfiltrierende Halbmaske (FFP) zur Verfügung stellen?

Werden an COVID-19 erkrankte Patienten oder Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch den SARS-CoV-2-Erreger behandelt oder versorgt, hat der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ein betriebsbezogenes Konzept zum Schutz der Beschäftigten vor luftgetragenen Infektionen festzulegen. Bei einer möglichen Exposition der Beschäftigten gegenüber SARS-CoV-2 hat der Arbeitgeber geeignete FFP-Masken bereitzustellen. Dies sind bei direktem Umgang mit Patienten FFP2- und FFP3-Masken.

Wie unterscheiden sich partikelfiltrierende Halbmasken (FFP-Masken) untereinander

Entscheidend für die Schutzwirkung ist die Dichtigkeit. Diese ergibt sich aus dem Filterdurchlass und durch Undichtigkeiten, die zwischen der Dichtlinie der Maske und dem Gesicht des Trägers entstehen. Die Schutzwirkung nimmt von einer FFP1-Maske (Gesamtleckage max. 22 %) über eine FFP2-Maske (Gesamtleckage max. 8 %) bis zur FFP3-Maske (Gesamtleckage max. 2 %) zu. Mit der Zunahme der Schutzwirkung steigt auch der Atemwiderstand der Maske.

Durch ein Ausatemventil wird der Ausatemwiderstand herabgesetzt. Damit ist die partikelfiltrierende Halbmaske mit Ausatemventil für den Träger weniger belastend und deshalb bevorzugt einzusetzen.

Wie soll eine partikelfiltrierende Halbmaske (FFP) getragen werden?

Entscheidend für die Wirksamkeit der Maske ist neben den Filtereigenschaften vor allem der Dichtsitz der Maske. Die angegebenen Werte bzgl. der Schutzwirkung gelten nur für einen optimalen Sitz, der durch sorgfältiges, korrektes Aufsetzen erreicht wird. Es wird darauf hingewiesen, dass beim Tragen eines Bartes die erwartete Schutzwirkung wegen des schlechten Dichtsitzes nicht zu erreichen ist. Das richtige Aufsetzen von FFP-Masken ist zu demonstrieren und zu üben.

Bestehen arbeitsschutzrechtliche Regelungen zur Tragezeitbegrenzung?

Das Tragen einer FFP-Maske kann über längere Zeit körperlich anstrengend sein, daher darf nach Anlage 2 der berufsgenossenschaftlichen Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ eine partikelfiltrierende Halbmaske ohne Ausatemventil ununterbrochen nur für eine Zeitdauer von 75 Minuten getragen werden. Im Anschluss ist eine Erholungsdauer von 30 Minuten einzuhalten. Pro Arbeitsschicht sind so 5 Einsätze möglich.

Bei Benutzung einer partikelfiltrierenden Halbmaske mit Ausatemventil erhöht sich die ununterbrochene Tragezeit auf 120 Minuten. Im Anschluss ist auch hier eine Erholungszeit von 30 Minuten erforderlich. Pro Arbeitsschicht sind somit 3 Einsätze möglich.

Kann ich anstelle einer partikelfiltrierenden Halbmaske (FFP2 oder FFP3) auch einen Mund-Nasen-Schutz verwenden?

Mund-Nasen-Schutz (MNS) ist keine persönliche Schutzausrüstung (Atemschutz) und kann nicht vor dem Einatmen von Aerosolen schützen.

Wann muss ich eine partikelfiltrierende Halbmaske Typ 3 (FFP3) tragen?

FFP3-Masken sind bei Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte einer höheren Exposition gegenüber Krankheitserregern ausgesetzt sind, zu tragen. Dies der Fall sein, wenn der Patient stark hustet oder wenn bei Patienten das Husten provoziert wird, z. B. während einer Bronchoskopie, Intubation oder beim Absaugen.

Was muss ich bei der Verwendung von partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP) noch beachten?

Beim Abnehmen der FFP-Maske ist zu beachten, dass die äußere Oberfläche der FFP-Maske nicht mit Mund, Nase, Schleimhäuten oder ungeschützten Händen in Berührung kommt. Die Schutzhandschuhe sind nach dem Abnehmen der FFP-Maske unverzüglich zu wechseln und die Hände sind zu desinfizieren.

Ist Arbeitsmedizinische Vorsorge notwendig?

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz muss geprüft werden, ob eine arbeitsmedizinische Vorsorge notwendig ist.

Laut der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 (Einteilung von Atemschutzgeräten in Gruppen nach der Arbeitsmedizinischen Regel 14.2.) erfordern, den Trägern eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten (Angebot), bei Atemschutzgeräten der Gruppe 2 ist diese Vorsorge Pflicht.

FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Gewicht auf. Sie gehören der Atemschutzgeräte-Gruppe 1 an. In Einrichtungen des Gesundheitsdienstes ist davon auszugehen, dass sich die Maskenfilter beim Tragen nicht durch Stäube zusetzen, d. h. der Einatemwiderstand bleibt im Normbereich.

Im Einzelfall kann es sein, dass eine FFP3-Maske dennoch der Atemschutzgeräte-Gruppe 2 zugeordnet werden muss, wenn z. B. körperlich schwer gearbeitet wird oder ungünstige klimatische Verhältnisse vorliegen.

Weitere Hinweise zur Nutzung von Atemschutzgeräten siehe Schriften der Unfallversicherungsträger zur „Benutzung von Atemschutzgeräten“.

 

Kontaktdaten der Arbeitsschutzbehörde
Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG)
Abt. Arbeitsschutz
Telefon: 0331 8683-0
E-Mail: lavg.office@lavg.brandenburg.de

Die Kontaktdaten der Regionalbereiche des LAVG Abteilung Arbeitsschutz finden Sie auf der Internetseite der https://lavg.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.429937.de

Weitere Informationen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Hinweise des BfArM zur Verwendung von selbst hergestellten Masken (sog. „Community-Masken“), medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19)
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Antworten zur Verwendung und zum Inverkehrbringen von filtrierenden Halbmasken/Atemschutzmasken und weiterer persönlicher Schutzausrüstung  
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ-PSA/FAQ_node.html

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Der Umgang mit Covid-19 am Arbeitsplatz
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/Coronavirus.html

Europäische PSA-Verordnung (EU) 2016/425
https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Thema-Arbeitsschutz/2016-04-05-EU-Verordnung-PSA-2016-425.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Epidemiologisches Bulletin Nr. 1, Robert-Koch-Institut, 5. Januar 2007: Zur Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention: Anforderungen der Krankenhaushygiene und des Arbeitsschutzes an die Hygienebekleidung und persönliche Schutzausrüstung
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Arbeitsschutz_pdf.html

Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege – TRBA 250; Ausgabe März 2014 Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe – ABAS –
www.baua.de/abas
https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRBA/pdf/TRBA-250.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Beschluss des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS): 609 Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza, Juni 2012
http://www.baua.de/cae/servlet/contentblob/672810/publicationFile/48577/Beschluss-609.pdf

AMR 14.2 Einteilung von Atemschutzgeräten in Gruppen, GMBl Nr. 37, 23. Juni 2014, S. 791
https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AMR/pdf/AMR-14-2.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Berufsgenossenschaftliche Regel BGR/GUV-R 190 Regel Benutzung von Atemschutzgeräten, Dezember 2011
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/r-190.pdf

[1] Näheres unter https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ-PSA/FAQ_node.html

Welches Schutzziel besteht beim Tragen von medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) bzw. von partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP: „filtering face piece“)?

Grundsätzlich muss unterschieden werden, welches Schutzziel verfolgt wird. Für den Patientenschutz z. B. im OP ist der übliche Mund-Nasen-Schutz ausreichend. Soll der Beschäftigte aber vor einer luftgetragenen Infektion geschützt werden, reicht der Mund-Nasen-Schutz nicht aus. Es müssen partikelfiltrierende Halbmasken getragen werden, welche als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) den Anforderungen der europäischen PSA-Verordnung (EU) 2016/425 unterliegen.

Was ist ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz?

MNS (Mund-Nasen-Schutz; synonym Operationsmasken – OP-Masken) wird überwiegend in der medizinischen Erstversorgung, der ambulanten Behandlung und in der Krankenhausversorgung sowie in der Pflege verwendet und ist ein Medizinprodukt nach dem Medizinproduktegesetz. Er muss die Anforderungen der DIN EN 14683 Medizinische Gesichtsmasken - Anforderungen und Prüfverfahren erfüllen.

Was nützt ein Mund-Nasen-Schutz?

  • MNS (Operations-(OP-)Masken) dient vor allem dem Fremdschutz und schützt den Patienten vor möglicherweise über Mund und Nase abgegebene (potentiell infektiöse) Tröpfchen desjenigen, der den Mundschutz trägt.
  • MNS kann auch wirkungsvoll das direkte Auftreffen größerer Tröpfchen z. B. im Auswurf des Patienten, auf die Mund- und Nasenpartie des Trägers verhindern.
  • MNS schützt Mund und Nase des Trägers vor Berührungen durch kontaminierte Hände.

Was ist eine Partikelfiltrierende Halbmaske (FFP)?

Partikelfiltrierende Halbmasken werden als Atemschutz gegen Aerosole aus festen oder flüssigen, nicht leicht flüchtigen Partikel eingesetzt. Sie sind persönliche Schutzausrüstungen (PSA) nach der VO (EU) 2016/425. Sie müssen nach der europäischen Norm DIN EN 149 geprüft sein und die Anforderungen dieser Norm erfüllen. Je nach Rückhaltevermögen des Partikelfilters werden die Geräteklassen FFP1, FFP2 und FFP3 unterschieden. Es gibt Masken ohne Ausatemventil und Masken mit Ausatemventil. Das Ausatemventil verringert den Ausatemwiderstand. Davon zu unterscheiden sind „Halbmasken mit Partikelfilter“, welche einen festen Grundkörper und eine oder mehrere Anschlussmöglichkeiten für auswechselbare Partikelfilter besitzen.

Welche Atemschutzmasken ohne CE-Kennzeichnung haben eine vergleichbare Schutzwirkung wie FFP-Masken?

Empfehlungen dazu sind auf der Homepage der BAuA veröffentlicht.[1]

In welchen Fällen soll eine partikelfiltrierende Halbmaske (FFP) getragen werden?

FFP-Masken sind erforderlich, um medizinisches, pflegerisches und anderes Personal in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen vor Aerosolen, welche beim Umgang mit COVID-19-Patienten entstehen können, zu schützen. Auch in anderen Fällen kann das Tragen von FFP-Masken nötig sein, wenn der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung feststellt, dass Beschäftigte gegenüber infektiösen Aerosolen exponiert sind. Zum Schutz von Ärzten oder Pflegekräften vor einer Ansteckung durch den Corona-Virus SARS-CoV-2 ist mindestens Atemschutz der Schutzklasse FFP2 notwendig, bei Tätigkeiten mit ausgeprägter Exposition (z.B. bei Bronchoskopie bei patientennahen Tätigkeiten) ist Atemschutz der Schutzklasse FFP3 erforderlich.

Wer muss die partikelfiltrierende Halbmaske (FFP) zur Verfügung stellen?

Werden an COVID-19 erkrankte Patienten oder Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung durch den SARS-CoV-2-Erreger behandelt oder versorgt, hat der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ein betriebsbezogenes Konzept zum Schutz der Beschäftigten vor luftgetragenen Infektionen festzulegen. Bei einer möglichen Exposition der Beschäftigten gegenüber SARS-CoV-2 hat der Arbeitgeber geeignete FFP-Masken bereitzustellen. Dies sind bei direktem Umgang mit Patienten FFP2- und FFP3-Masken.

Wie unterscheiden sich partikelfiltrierende Halbmasken (FFP-Masken) untereinander

Entscheidend für die Schutzwirkung ist die Dichtigkeit. Diese ergibt sich aus dem Filterdurchlass und durch Undichtigkeiten, die zwischen der Dichtlinie der Maske und dem Gesicht des Trägers entstehen. Die Schutzwirkung nimmt von einer FFP1-Maske (Gesamtleckage max. 22 %) über eine FFP2-Maske (Gesamtleckage max. 8 %) bis zur FFP3-Maske (Gesamtleckage max. 2 %) zu. Mit der Zunahme der Schutzwirkung steigt auch der Atemwiderstand der Maske.

Durch ein Ausatemventil wird der Ausatemwiderstand herabgesetzt. Damit ist die partikelfiltrierende Halbmaske mit Ausatemventil für den Träger weniger belastend und deshalb bevorzugt einzusetzen.

Wie soll eine partikelfiltrierende Halbmaske (FFP) getragen werden?

Entscheidend für die Wirksamkeit der Maske ist neben den Filtereigenschaften vor allem der Dichtsitz der Maske. Die angegebenen Werte bzgl. der Schutzwirkung gelten nur für einen optimalen Sitz, der durch sorgfältiges, korrektes Aufsetzen erreicht wird. Es wird darauf hingewiesen, dass beim Tragen eines Bartes die erwartete Schutzwirkung wegen des schlechten Dichtsitzes nicht zu erreichen ist. Das richtige Aufsetzen von FFP-Masken ist zu demonstrieren und zu üben.

Bestehen arbeitsschutzrechtliche Regelungen zur Tragezeitbegrenzung?

Das Tragen einer FFP-Maske kann über längere Zeit körperlich anstrengend sein, daher darf nach Anlage 2 der berufsgenossenschaftlichen Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ eine partikelfiltrierende Halbmaske ohne Ausatemventil ununterbrochen nur für eine Zeitdauer von 75 Minuten getragen werden. Im Anschluss ist eine Erholungsdauer von 30 Minuten einzuhalten. Pro Arbeitsschicht sind so 5 Einsätze möglich.

Bei Benutzung einer partikelfiltrierenden Halbmaske mit Ausatemventil erhöht sich die ununterbrochene Tragezeit auf 120 Minuten. Im Anschluss ist auch hier eine Erholungszeit von 30 Minuten erforderlich. Pro Arbeitsschicht sind somit 3 Einsätze möglich.

Kann ich anstelle einer partikelfiltrierenden Halbmaske (FFP2 oder FFP3) auch einen Mund-Nasen-Schutz verwenden?

Mund-Nasen-Schutz (MNS) ist keine persönliche Schutzausrüstung (Atemschutz) und kann nicht vor dem Einatmen von Aerosolen schützen.

Wann muss ich eine partikelfiltrierende Halbmaske Typ 3 (FFP3) tragen?

FFP3-Masken sind bei Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte einer höheren Exposition gegenüber Krankheitserregern ausgesetzt sind, zu tragen. Dies der Fall sein, wenn der Patient stark hustet oder wenn bei Patienten das Husten provoziert wird, z. B. während einer Bronchoskopie, Intubation oder beim Absaugen.

Was muss ich bei der Verwendung von partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP) noch beachten?

Beim Abnehmen der FFP-Maske ist zu beachten, dass die äußere Oberfläche der FFP-Maske nicht mit Mund, Nase, Schleimhäuten oder ungeschützten Händen in Berührung kommt. Die Schutzhandschuhe sind nach dem Abnehmen der FFP-Maske unverzüglich zu wechseln und die Hände sind zu desinfizieren.

Ist Arbeitsmedizinische Vorsorge notwendig?

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz muss geprüft werden, ob eine arbeitsmedizinische Vorsorge notwendig ist.

Laut der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 (Einteilung von Atemschutzgeräten in Gruppen nach der Arbeitsmedizinischen Regel 14.2.) erfordern, den Trägern eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten (Angebot), bei Atemschutzgeräten der Gruppe 2 ist diese Vorsorge Pflicht.

FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Gewicht auf. Sie gehören der Atemschutzgeräte-Gruppe 1 an. In Einrichtungen des Gesundheitsdienstes ist davon auszugehen, dass sich die Maskenfilter beim Tragen nicht durch Stäube zusetzen, d. h. der Einatemwiderstand bleibt im Normbereich.

Im Einzelfall kann es sein, dass eine FFP3-Maske dennoch der Atemschutzgeräte-Gruppe 2 zugeordnet werden muss, wenn z. B. körperlich schwer gearbeitet wird oder ungünstige klimatische Verhältnisse vorliegen.

Weitere Hinweise zur Nutzung von Atemschutzgeräten siehe Schriften der Unfallversicherungsträger zur „Benutzung von Atemschutzgeräten“.

 

Kontaktdaten der Arbeitsschutzbehörde
Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG)
Abt. Arbeitsschutz
Telefon: 0331 8683-0
E-Mail: lavg.office@lavg.brandenburg.de

Die Kontaktdaten der Regionalbereiche des LAVG Abteilung Arbeitsschutz finden Sie auf der Internetseite der https://lavg.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.429937.de

Weitere Informationen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Hinweise des BfArM zur Verwendung von selbst hergestellten Masken (sog. „Community-Masken“), medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19)
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Antworten zur Verwendung und zum Inverkehrbringen von filtrierenden Halbmasken/Atemschutzmasken und weiterer persönlicher Schutzausrüstung  
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ-PSA/FAQ_node.html

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Der Umgang mit Covid-19 am Arbeitsplatz
https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/Coronavirus.html

Europäische PSA-Verordnung (EU) 2016/425
https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Thema-Arbeitsschutz/2016-04-05-EU-Verordnung-PSA-2016-425.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Epidemiologisches Bulletin Nr. 1, Robert-Koch-Institut, 5. Januar 2007: Zur Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention: Anforderungen der Krankenhaushygiene und des Arbeitsschutzes an die Hygienebekleidung und persönliche Schutzausrüstung
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Arbeitsschutz_pdf.html

Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege – TRBA 250; Ausgabe März 2014 Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe – ABAS –
www.baua.de/abas
https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRBA/pdf/TRBA-250.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Beschluss des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS): 609 Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza, Juni 2012
http://www.baua.de/cae/servlet/contentblob/672810/publicationFile/48577/Beschluss-609.pdf

AMR 14.2 Einteilung von Atemschutzgeräten in Gruppen, GMBl Nr. 37, 23. Juni 2014, S. 791
https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AMR/pdf/AMR-14-2.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Berufsgenossenschaftliche Regel BGR/GUV-R 190 Regel Benutzung von Atemschutzgeräten, Dezember 2011
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/r-190.pdf

[1] Näheres unter https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Biostoffe/FAQ-PSA/FAQ_node.html

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