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30.12.2021

| 724/2021

Nonnemacher stellt Arbeitsschutzbericht 2020 vor: „Sichere Arbeitsbedingungen gerade jetzt“

Zur Veröffentlichung des aktuellen Arbeitsschutzberichts für das Land Brandenburg betont Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen für die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten: „Gerade in der Pandemie sehen wir, wie wichtig ein effektiver Arbeitsschutz für die Menschen ist. Verstärkte Arbeitsschutzmaßnahmen sind als Prävention zur Unterbrechung von Infektionsketten zwingend erforderlich.“

Die Corona-Krise stellt insbesondere die Gesundheits- und Pflegebranche derzeit vor enorme Herausforderungen, aber auch in allen anderen Bereichen musste sich die Arbeitswelt innerhalb kürzester Zeit umstellen und neue Arbeitsformen wie Homeoffice oder Abstands- und Hygieneregeln am Arbeitsplatz umsetzen. „Nur wo geeignete Schutzmaßnahmen gewährleistet sind, können Infektionen effektiv eingedämmt, Menschen geschützt und Arbeitsabläufe gesichert werden. Arbeitsschutz und betrieblicher Infektionsschutz sind darum untrennbar verbunden, das führt uns die Pandemie weiter deutlich vor Augen“, so Ministerin Nonnemacher.

Die Aufsichtsbeamtinnen und -beamten des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) suchten im Jahr 2020 landesweit 1.667 Betriebsstätten und 1.111mal Baustellen – einige Baustellen dabei mehrfach - auf. Insgesamt wurden dabei 4.773 Verstöße in Betriebsstätten und 3.034 Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen auf Baustellen ermittelt sowie die Beseitigung der festgestellten Mängel veranlasst.

Gesamtzahl der Arbeitsunfälle deutlich gesunken – ein tödlicher Unfall mehr

Laut Bericht ist die Zahl der Arbeitsunfälle um mehr als zehn Prozent deutlich gesunken und erreicht damit einen Tiefstand in Brandenburg: 2020 wurden 23.315 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert (2019: 26.035; bisheriger Tiefstand 2018: 25.577). Damit sank die Quote im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozentpunkte auf 20,8 Arbeitsunfälle je 1.000 Erwerbstätige. Brandenburg liegt damit weiterhin über der bundesweiten Quote von 18,4 Prozent. Um einen Fall gestiegen ist dagegen die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle auf vierzehn im Land Brandenburg (13 im Jahr 2019). Mit 1,3 tödlichen Arbeitsunfällen je 1.000 Erwerbstätige liegt Brandenburg damit leicht über dem in diesem Jahr historisch niedrigen Bundesdurchschnitt von 1,1.

Schwerpunkte Fleischverarbeitung und Saisonarbeit

Nach vermehrten Corona-Ausbrüchen in Betrieben der Fleischindustrie wurde vom LAVG die Sonderaktion „Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Fleischverarbeitung während der SARS-CoV2-Pandemie“ durchgeführt. Dabei wurden elf Betriebe in Brandenburg besichtigt. Die Überprüfung umfasste schwerpunktmäßig die Arbeitsplätze in der Produktion sowie Transport und Unterbringung der Beschäftigten, sofern die Unterkünfte vom Arbeitgeber gestellt worden waren. Dabei konnten keine schwerwiegenden Mängel festgestellt werden. In drei Betrieben wurde der Mindestabstand von 1,5 Metern in der Produktion nicht eingehalten, ein Betrieb hatte den Beschäftigten nicht ausreichend Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt.

Eine weitere Sonderaktion „Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Saisonarbeit bei der Spargelernte während der SARS-CoV2-Pandemie“ wurde aufgrund von Berichten und Beschwerden über Defizite in der Saisonarbeit bei der Einhaltung der Hygienestandards insbesondere bei der Unterbringung der Beschäftigten durchgeführt. Es wurden 16 Spargelhöfe und 12 andere Erntebetriebe kontrolliert. Auch hier konnten keine schweren Verstöße festgestellt werden. Beanstandete Mängel betrafen die Einhaltung von Mindestabständen oder die Überschreitung von zulässigen Teamgrößen.

Der Arbeitsschutzbericht 2020 ist als PDF-Datei zum Download im Internet eingestellt: https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/service/publikationen/detail/~30-12-2021-arbeitsschutz-jahresbericht-2020