30.01.2020

| 016/2020

Pakt für Pflege: Nonnemacher übergibt Bescheid an Fachstelle Altern und Pflege im Quartier (FAPIQ)

Altengerechte Lebensräume und Pflegestrukturen vor Ort gestalten

Die Brandenburger Kommunen erhalten bei der Gestaltung von wohnortnahen Angeboten für ältere oder pflegebedürftige Menschen weiter kompetente Unterstützung durch die „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ (FAPIQ). Sozialministerin Ursula Nonnemacher hat am Donnerstag (30.01.2020) in Potsdam-Babelsberg einen Zuwendungsbescheid an die FAPIQ für die weitere Förderung im Zeitraum 2020 bis 2022 übergeben. Damit wird dieses Projekt, das im Herbst 2015 als Modell startete, fortgeführt. Gleichzeitig werden damit wichtige Rahmenbedingungen geschaffen für die Umsetzung der ersten Säule des sogenannten „Pakts für Pflege“, der im Koalitionsvertrag als ein Handlungsschwerpunkt verankert ist.

Sozialministerin Nonnemacher: „Wir wollen die Pflege vor Ort stärken. Das ist der Grundsatz unserer Pflegepolitik. Menschen sollen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben können, auch wenn sie im Alter immer mehr auf Hilfe angewiesen sind. Mit dieser Förderung wird gesichert, dass die Kommunen weiter bei der Gestaltung der Pflege vor Ort fachlich gut begleitet und unterstützt werden. Immer mehr Menschen leben im Alter allein. Vereinsamung ist ein Risiko für Pflegebedürftigkeit. Mit den verschiedensten Projekten wie gemeinsamem Essen, alltagsunterstützenden Angeboten oder neuen Begegnungsmöglichkeiten im Stadtteil oder Dorf können wir älteren Menschen ganz konkret helfen. FAPIQ hat sich erfolgreich etabliert. Es ist eine wirklich gute Nachricht für ganz Brandenburg, dass wir dieses Angebot fortführen.“

Im Förderzeitraum von 2020 bis 2022 wird FAPIQ mit rund 1,9 Millionen Euro vom Sozialministerium aus Landesmitteln und rund 1,5 Millionen Euro von den Landesverbänden der Pflegekassen sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung im Land Brandenburg gefördert. Projektträger sind Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. und Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz.

Chris Behrens, Unternehmensbereichsleiter Pflegeberatung und Pflegestützpunkte bei der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse: „Die AOK Nordost unterstützt gemeinsam mit den anderen Pflegekassen die Fachstelle Altern und Pflege im Land Brandenburg. Wir sind überzeugt davon, dass sie neben den Pflegestützpunkten und zahlreichen weiteren Angeboten der Pflegeberatung ein wichtiger Bestandteil in der Brandenburger Pflegelandschaft ist. Die Fachstelle hilft mit großem Ideenschatz und viel Erfahrung, aber auch mit gelungenen Beispielen in der Praxis, Gemeinden und Menschen vor Ort in der Pflege“.

Birgitta Neumann, Geschäftsführerin Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V.: „Wir freuen uns sehr, dass die alltagsunterstützenden Angebote für Menschen mit Demenz weiter ausgebaut werden können. Vor allem die Familien, die in ländlichen Regionen leben, brauchen diese am dringendsten.“

Stefan Pospiech, Geschäftsführer Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.: „Bewirken möchten wir, dass ein selbstbestimmtes Altern in Brandenburg für alle möglich ist, unabhängig davon, ob bereits eine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Die Unterstützung der FAPiQ baut dabei auf den vielfältigen guten Angeboten auf, die es bereits in den Landkreisen, Städten und Gemeinden gibt. Die Beteiligung der Menschen vor Ort ist dabei entscheidend, um die unterschiedlichen Bedürfnisse und Bedarfe und das Wissen über lokale Voraussetzungen in unseren Beratungen und Angeboten zu berücksichtigen.“

FAPIQ-Projektleiterin Katharina Wiegmann: „Es ist uns eine Freude, dass wir unsere Arbeit fortsetzen und unsere fachliche und regionale Kompetenz einbringen können. Wir sind mit unseren fünf Standorten in Potsdam, Neuruppin, Eberswalde, Lübben und Luckenwalde in den Regionen verankert. Wir kennen die Menschen, die sich im Hauptamt und im Ehrenamt für die Belange von Älteren und Pflegebedürftigen engagieren. So bringen wir Ideen und Menschen vor Ort zusammen und helfen unter anderem dabei, alltagsunterstützende Angebote oder eine alternsgerechte Quartiers- oder Dorfentwicklung zu initiieren Sehr wichtig ist uns die Förderung von kleinen Initiativen, die oft der Anstoß für eine alternsfreundliche Entwicklung sein können. Dafür startet heute unser Förderaufruf für 2020.“

Hintergrund

Die „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ startete als Modellprojekt im Herbst 2015 als größte Maßnahme der Brandenburger Pflegeoffensive. Der erste Förderzeitraum lief bis Ende 2019.

Die FAPIQ trägt dazu bei, die Landkreise und kreisfreie Städte, Initiativen und Akteure vor Ort beim Auf- und Ausbau alternsgerechter und teilhabeorientierter Strukturen zu unterstützen. FAPIQ bietet unter anderem Beratung, Begleitung und Qualifizierung an und fördert den Erfahrungsaustausch zu guten Praxis-Beispielen.

Mit dem Förderaufruf „Gut Älterwerden im vertrauten Wohnumfeld“ hat die FAPIQ seit 2016 landesweit schon über 50 Projekte mit rund 170.000 Euro aus Landesmitteln gefördert. Im neuen Förderzeitraum darf FAPIQ solche Klein- und Kleinstprojekte mit jährlich 45.000 Euro fördern. Dabei soll es sich laut Zuwendungsbescheid „um Maßnahmen handeln, die vor Ort in den Kommunen zur Weiterentwicklung und Gestaltung von altengerechten Lebensräumen, Pflegestrukturen und pflegerische Angebotsformen im Land sowie von neuen Wohnformen beitragen.“

Am 30. Januar 2020 startet die fünfte Förderperiode, bei der sich wieder engagierte Menschen und Akteure mit ihrer Projektidee bewerben können. Informationen zum neuen Förderaufruf sind unter www.fapiq-brandenburg.de abrufbar.

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