28.01.2016

| 011/2016

Fachkräftesicherung in der Pflege: Neues Modellprojekt soll Personaleinsatz verbessern

In der Pflege werden schon heute händeringend Fachkräfte gesucht. Angesichts der deutlich steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen droht sogar ein Fachkräftemangel. Umso wichtiger wird es für Pflegeeinrichtungen, die vorhandenen Fach- und Hilfskräfte entsprechend ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen so effektiv wie möglich einzusetzen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten aufzuzeigen und zu unterstützen. Ein neues Modellprojekt soll stationäre Pflegeeinrichtungen im Land Brandenburg dabei unterstützen, innovative Personaleinsatz- und Personalentwicklungskonzepte zu erarbeiten. Sozialministerin Diana Golze: „Eine der zentralen Strategien zur Bewältigung von Fachkräfteengpässen in der Altenpflege ist der bedarfsgenaue Einsatz der Beschäftigten. Das ist ein Ergebnis der Brandenburger Fachkräftestudie Pflege. Hier setzt das neue Modellprojekt an.“ Projektträger sind die BTU Cottbus Senftenberg und das Dresdner Institut für Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Das Modellprojekt wird im Rahmen der Brandenburger Pflegeoffensive vom Sozialministerium zunächst mit 160.000 Euro aus Landesmitteln bis Ende 2016 unterstützt. Begleitet wird das Projekt vom Landesamt für Soziales und Versorgung.

Am morgigen Freitag findet im Sozialministerium auf Einladung von Prof. Dr. Bärbel Dangel vom Institut für Pflege- und Gesundheitswissenschaften und von Prof. Dr. Marina Ney von der BTU Cottbus Senftenberg eine Informationsfachveranstaltung zum Modellprojekt statt.

Das Modellprojekt startete im November 2015 in zwei stationären Altenpflegeeinrichtungen in Teltow und in Brandenburg an der Havel. In diesem Jahr können noch bis zu vier weitere Pflegeeinrichtungen einsteigen. Mit der wissenschaftlichen Begleitung sollen innovative und individuelle Personaleinsatz- und Personalentwicklungskonzepte erarbeitet und umgesetzt werden. Ziel ist es, den Einsatz von Pflegefachkräften und Pflegehilfskräften in einer Einrichtung effizienter abzustimmen, um damit die Pflegequalität zu verbessern, die Attraktivität der Beschäftigung in der Pflege zu erhöhen und einen Beitrag zur Verringerung des Fachkräftebedarfs zu leisten. Von den Ergebnissen des Modellprojektes sollen langfristig alle stationären Pflegeeinrichtungen im Land Brandenburg profitieren und darauf aufbauend auf ihre Bedürfnisse angepasste Personaleinsatz- und Personalentwicklungskonzepte erarbeiten können.

Die Altenpflege wird von zwei Berufsbildern geprägt: Staatlich anerkannte Altenpflegerinnen und Altenpfleger müssen eine dreijährige Ausbildung absolvieren. Sie gelten als Pflegefachkräfte und betreuen und pflegen hilfsbedürftige ältere Menschen in stationären Pflegeheimen oder bei ambulanten Pflegediensten. Dabei nehmen sie auch pflegerisch-medizinische Aufgaben wahr. Die Ausbildung von staatlich anerkannten Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfern dauert ein Jahr. Ihre Aufgabe ist es, Altenpfleger/innen bei allen Tätigkeiten rund um die Betreuung und Pflege älterer Menschen zu unterstützen.

Der Handlungsdruck in der Pflege ist in Brandenburg besonders groß. Durch die zunehmende ältere Bevölkerung – die Zahl der über 80 Jährigen steigt zwischen 2012 und 2030 von etwa 120.000 auf fast 250.000 – wird es mehr Pflegebedürftige geben. Bis zum Jahr 2030 ist mit einer Zunahme um 70 Prozent auf etwa 162.000 Pflegebedürftige – davon 87.000 Demenzerkrankte – zu rechnen.

Daraus ergibt sich in Brandenburg ein erheblicher Bedarf an Pflegepersonal – von etwa 29.000 in 2011 auf mehr als 54.000 in 2030. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um fast 30 Prozent.

Die rot-rote Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag als Ziel vereinbart, mit einer Pflegeoffensive die Pflegeversorgung in Brandenburg zu sichern. Am 17. Dezember 2014 hat der Landtag Brandenburg auf Antrag der rot-roten Regierungsfraktionen den Beschluss „Pflegeoffensive für eine verantwortungsvolle pflegerische Versorgung im Land Brandenburg auch in Zukunft“ gefasst. Damit wird die Landesregierung u.a. aufgefordert, sich der Pflegepolitik im Land als gesamtgesellschaftliche, ressortübergreifende, prioritäre Aufgabe zu widmen, die Politik des aktiven und gesunden Alterns fortzusetzen sowie eine Pflegeoffensive in Form eines pflegepolitischen Aktionsprogramms mit zielgerichteten nachhaltigen Maßnahmen zu entwickeln.

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Ident-Nr
011/2016
Datum
28.01.2016

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