26.02.2021

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Landesgleichstellungsbeauftragte Dörnenburg zum Equal Care Day: „Sorgearbeit gerechter verteilen“

Laut aktuellem Gleichstellungsreport des Landes Brandenburg nimmt nur jeder zweite Vater Elterngeld in Anspruch und bezieht es zudem für deutlich weniger Monate als die Mütter. Darauf, dass Sorgearbeit immer noch sehr ungleich verteilt und oft unsichtbar ist, soll am 1. März – dem Equal Care Day - aufmerksam gemacht werden.

Der Equal Care Day entstand aus der Kritik, dass Fürsorgearbeit mehrheitlich und tradierten Rollenbildern entsprechend von Frauen geleistet wird. "Daher muss anerkannt werden, dass es sich nicht um Tätigkeiten handelt, die ‚nebenbei‘ erledigt werden. Die implizierten Rollenbilder sind zu hinterfragen und Carearbeit muss fairer verteilt werden. Der Equal Care Day ist ursprünglich alle vier Jahre in den Schaltjahren geplant worden, um die Unsichtbarkeit der geleisteten Arbeit, als auch die Verteilung von 1:4 abzubilden. Natürlich weisen wir aber auch dieses Jahr auf diesen Missstand hin“, so Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg.

Sorgearbeit umfasst alle Tätigkeiten des Sorgens und Kümmerns wie Kinderbetreuung, häusliche Aufgaben und Pflege, sowie Hilfe in der erweiterten Familie und im Freundeskreis. Der dazu erhobene Gender Care Gap macht deutlich, dass Frauen sehr viel häufiger unbezahlte Sorgearbeit leisten. In Deutschland betrug der Unterschied zuletzt 52,4 %.

Besonders in der Pandemie haben Frauen ihre Erwerbsarbeit gekürzt oder zusätzlich noch mehr Arbeit im häuslichen Bereich übernommen. „Diese Leistung wird ihnen aber weder mit Geld, noch mit Rentenpunkten oder Anerkennung honoriert, vielmehr verfestigt es tradierte Rollenbilder und drängt Frauen zurück ins Private. Homeoffice muss daher gerechter verteilt werden. Teilzeitarbeit und Elternzeit von Männern müssen gefördert werden. Frauen müssen immer das Recht haben, aus der Teilzeit zurückzukehren und dürfen nicht von der Lücke in der Sorgearbeit in die Rentenlücke fallen“, so Dörnenburg.

Um auch die nicht sichtbare Last der Sorgearbeit, wie das Organisieren und Planen, nachvollziehbar zu machen, haben die Initiator*innen des Equal Care Day vom klischee e.V. einen Mental Load Test entwickelt. Manuela Dörnenburg: „Ich empfehle jeder Familie und jedem Paar, den Test zu machen. Er macht sichtbar, was oft als selbstverständlich hingenommen wird“.

Link zum Test: https://equalcareday.de/mentalload-test.pdf