22.09.2016

| 145/2016

Sozialministerin Golze startet Dialogforum „Altern und Pflege im Quartier“ in Luckenwalde

Im Rahmen der Brandenburger Pflegeoffensive startete heute das erste Dialogforum der „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ (FAPIQ) in Luckenwalde (Kreis Teltow-Fläming). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Altern im vertrauten Wohnumfeld in Brandenburg gelingen kann. An der Veranstaltung mit 30 Teilnehmenden nahmen neben Sozialministerin Diana Golze auch Landrätin Kornelia Wehlan und FAPIQ-Projektleiterin Dr. Anja Ludwig teil. Das Dialogforum soll in den kommenden Monaten in anderen Kreisen fortgeführt werden.

Sozialministerin Diana Golze sagte zum Auftakt in Luckenwalde: „Die Pflege der Zukunft ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen und damit der Bedarf an Pflegekräften steigen in den kommenden Jahren deutlich an. Das betrifft besonders auch die Kreise und Kommunen. Denn Menschen möchten dort alt und auch gepflegt werden, wo sie leben und ihr Zuhause haben. Die Pflege der Zukunft ist eine Pflege im Quartier. Das setzt alternsgerechte Strukturen und aktivierende Unterstützungsangebote vor Ort voraus. In Brandenburg gibt es bereits viele gute Lösungswege und Angebote. Die neue ‚Fachstelle Altern und Pflege im Quartier‘ unterstützt seit diesem Jahr Kreise, Kommunen und lokale Initiativen in der Pflege zusätzlich dabei, solche Angebote für ein selbstbestimmtes und teilhabeorientiertes Leben im Alter zu entwickeln und umzusetzen.“

Landrätin Kornelia Wehlan sagte: „Im Landkreis Teltow-Fläming ist schon jetzt fast jeder fünfte Einwohner älter als 65 Jahre, Tendenz steigend. Diesem Wandel und den damit verbundenen Anforderungen stellen wir uns konsequent. Deshalb setzen wir uns für ein seniorengerechtes Lebensumfeld und umfassende Barrierefreiheit ein. Das haben wir im Leitbild des Landkreises und den seniorenpolitischen Leitlinien manifestiert. Dort wird u. a. festgeschrieben, dass ältere hilfs- und pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können – deshalb verspreche ich mir vom Dialogforum Altern und Pflege im Quartier wichtige Impulse und Anregungen.“

FAPIQ-Projektleiterin Dr. Anja Ludwig sagte: „Mit dem Modellprojekt ‚Fachstelle Altern und Pflege im Quartier‘ hat die Landesregierung unterstrichen, wie wichtig ihr nachhaltige und effektive Strategien zur Bewältigung des demografischen Wandels sind. Damit sollen all jene Akteure fachlich und organisatorisch unterstützt werden, die mit ihren Angeboten und ihrem Engagement dazu beitragen, dass alte Menschen so lange und so gut wie möglich in der vertrauten Umgebung leben können. Es geht nicht darum die Aufgaben der Akteure zu übernehmen. Es geht vielmehr darum aufzuzeigen was rechtlich, finanziell und fachlich möglich ist, und wie man gute Ideen realisieren kann. Und es muss auch nicht immer ‚der ganz großen Wurf‘ sein. Oft sind es gerade die kleinen Projekte, wie eine Mitfahrbank oder eine Werkelecke für pflegebedürftige alte Männer, die sich realisieren lassen und Mut machen, einen Schritt weiter zu gehen.“

Das Dialogforum „Altern und Pflege im Quartier“ in Luckenwalde wurde in enger Kooperation zwischen FAPIQ und dem Landkreis Teltow-Fläming vorbereitet. Dabei sollen engagierte Akteurinnen und Akteure aus Kommune, Wohnungswirtschaft, Sozialwirtschaft sowie Seniorenvertretung an drei Tischen über die Themen „Gibt es DIE ideale Wohnform für das Leben im Alter?“, „Unterstützung im Alltag – Eine Frage der Motivation Ehrenamtlicher?“ sowie „Wer kümmert sich um alternsgerechte Strukturen im Wohnumfeld?“ diskutieren.

In Brandenburg leben rund 103.000 pflegebedürftige Menschen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 4,2 Prozent und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3,3 Prozent. Würden sich die Bedingungen nicht ändern, würde der Anteil der pflegebedürftigen Menschen an der Bevölkerung bis zum Jahr 2040 auf 8 Prozent ansteigen. Dann würden fast 174.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger pflegebedürftig sein.

Im Landkreis Teltow-Fläming sind mehr als 36.000 Menschen älter als 65 Jahre – ca. 22 Prozent der Gesamtbevölkerung. 16 Prozent sind über 70 Jahre alt. Die Anzahl der Personen im berufsfähigen Alter wird in Teltow-Fläming bis 2020 um etwa 9 Prozent zurückgehen und bis 2030 um insgesamt ein Viertel sinken. Die Zahl der Seniorinnen und Senioren über 65 Jahre wird bis 2030 mit 57 Prozent um mehr als die Hälfte zunehmen.

Die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier ist die größte Maßnahme der Brandenburger Pflegeoffensive, die Sozialministerin Diana Golze im Herbst 2015 gestartet hat. Die FAPIQ soll dazu beitragen, die Landkreise und kreisfreie Städte, Initiativen und Akteure vor Ort bei der Entwicklung und Realisierung einer regionalspezifischen Infrastruktur zu unterstützen. Sie bietet u.a. Beratung; Begleitung und Qualifizierung an und fördert den Erfahrungsaustausch zu guten Praxis-Beispielen.

Die Fachstelle hat Standorte in Potsdam, Eberswalde, Neuruppin, Luckenwalde und Lübben (weitere Infos im Internet unter www.fapiq-brandenburg.de/standorte/). Das Projekt wird gefördert vom Sozialministerium, den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der privaten Krankenversicherung im Land Brandenburg.

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Ident-Nr
145/2016
Datum
22.09.2016
Rubrik
Soziales
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145/2016
Datum
22.09.2016
Rubrik
Soziales