21.11.2019

| 170/2019

„Gesundheitliche Chancengleichheit unabhängig von Wohnort und Sozialstatus“

Ministerin Nonnemacher eröffnet Diabeteskonferenz in Potsdam

„Wir wollen gesundheitliche Chancengleichheit unabhängig von Wohnort und Sozialstatus verwirklichen. Das ist ein Ziel unserer Gesundheitspolitik. Um das zu erreichen, sind alle Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen gefordert“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher heute in Potsdam zum Auftakt der ersten „Brandenburgischen Diabeteskonferenz“. Auf Einladung des Gesundheitsministeriums diskutieren 40 Expertinnen und Experten über notwendige Verbesserungen von Präventionsangeboten und Versorgungsstrukturen im Kampf gegen die Zuckerkrankheit. Grundlage für den Austausch ist der Bericht „Diabetes mellitus Typ 2 in Brandenburg“, den das Gesundheitsministerium vor kurzem veröffentlicht hat.

Nonnemacher: „Diabetes gehört definitiv zu den Krankheiten, bei denen soziale Faktoren eine bedeutende Rolle spielen. Nicht alle Menschen haben dieselbe Chance, gesund zu bleiben und die Erkrankung Typ-2-Diabetes zu vermeiden. Auch wenn das Gesundheitsverhalten einen großen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hat, halte ich es für falsch, nur mit dem erhobenen Zeigefinger zur Änderung des individuellen Verhaltens aufzurufen. So wird die soziale Ungleichheit als Ursache verdeckt. Das Risiko für Diabetes ist bei Menschen mit niedrigem Sozialstatus deutlich erhöht.“

Schon mehr als jede und jeder Zehnte lebt in Brandenburg mit dieser chronischen Stoffwechselkrankheit. In der immer älter werdenden Gesellschaft nimmt auch die Zahl der Diabetikerinnen und Diabetiker zu. „Die gute Nachricht ist, dass es seit 2010 keinen nennenswerten Anstieg der Diabetes-Häufigkeit in Brandenburg mehr gab. Das zeigt, dass Diabetes aufgehalten werden kann“, so Nonnemacher.

Der Diabetes-Bericht stelle der medizinischen Versorgung im Land insgesamt ein gutes Zeugnis aus, zeige aber auch, dass der Zugang zu diabetesbezogenen ärztlichen und nicht-ärztlichen Versorgungsangeboten regional nicht gleich verteilt ist. „Es könnten mehr Betroffene vom speziellen ‚Behandlungsprogramm Diabetes mellitus Typ 2’ profitieren. Es bietet zum Beispiel Schulungen und regelmäßige Diagnostik, um Folgekrankheiten zu vermeiden. Aber das Behandlungsprogramm wird noch nicht in allen Landesteilen gleichermaßen angeboten“, so Nonnemacher.

Hintergrund

Im Jahr 2016 lebten in Brandenburg circa 286.000 Menschen mit Diabetes Typ 2. Im Zeitraum von 2007 bis 2016 stieg die Diabetes-Prävalenz in Brandenburg von 8,7 auf 11,5 Prozent an und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 9,2 Prozent. Dieser Anstieg geschah vor allem von 2007 bis 2010. Als Prävalenz bezeichnet man die Häufigkeit einer Krankheit in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Es gibt zwei Hauptformen: Beim Diabetes Typ 1, auch insulin-abhängiger Diabetes genannt, fehlt das Hormon Insulin. Diese Autoimmunkrankheit tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf. Bei Diabetes Typ 2, dem nicht-insulinabhängigen Diabetes (früher sagte man „Alterszucker“), kann die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin herstellen, aber das Hormon wirkt im Körper nicht richtig – oder es reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Insulin ist lebensnotwendig: Das Hormon sorgt dafür, dass die aus der Nahrung zugeführte Glukose (Traubenzucker) in die Körperzellen gelangt. Infolge eines dauerhaft zu hohen Blutzuckerspiegels kann es zu Langzeitschäden und Funktionsstörungen verschiedener Organe kommen.

Diabetes mellitus Typ 2 kann bei nicht ausreichender Behandlung schwere Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Augenschäden, Nierenversagen, Fußamputationen oder Depressionen nach sich ziehen. Hierüber geht gesunde Lebenszeit und Lebensqualität verloren, insbesondere wenn die Krankheit lange unerkannt bleibt.

Das Gesundheitsministerium hat den Bericht „Diabetes mellitus Typ 2 in Brandenburg“ im August 2019 veröffentlicht. Auf 140 Seiten werden Informationen und Daten zur Verbreitung, Versorgung und Vermeidung der Krankheit dargestellt. Die Broschüre ist zum Download auf der Ministeriums-Website eingestellt:

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