13.07.2015

| 105/2015

Erweiterte Beratungsangebote für pflegebedürftige Menschen mit Demenz und deren Angehörige

Die Beratung pflegebedürftiger Menschen mit Demenz und deren Angehörige wird in Brandenburg weiter verbessert. In Strausberg (Märkisch-Oderland), Oranienburg (Oberhavel) und Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) kooperieren bereits drei anerkannte Beratungsstellen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige mit der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz. Diese Anlaufstellen können jetzt auch die gesetzlich vorgeschriebene regelmäßige Beratung von Pflegegeld-Empfängern durchführen. Damit wird ermöglicht, dass Betroffene in allen Fragen rund um die häusliche Pflege von Demenzerkrankten eine kontinuierliche, kostenlose und neutrale Beratung aus einer Hand erhalten. Das Pilotprojekt ist auf Initiative des Sozialministeriums entstanden.

Sozialministerin Diana Golze sagt: „Bei der Pflege leisten Angehörige tagtäglich eine Arbeit von unschätzbarem Wert. Von den 55.000 Menschen mit Demenz, die in Brandenburg leben, wird über die Hälfte von Angehörigen alleine zu Hause betreut. Um diese schwierige Aufgabe zu meistern, ist es wichtig, dass pflegende Angehörige wissen, welche entlastenden Unterstützungsangebote es für sie gibt. Die Alzheimer-Gesellschaft ist auf das Krankheitsbild Demenz spezialisiert. Die Beraterinnen und Berater sind nachgewiesene Expertinnen und Experten und können alle Fragen zur Demenz ausführlich beantworten. Das ist ein großer Gewinn für die Pflege im Land Brandenburg.“

Birgitta Neumann von der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz sagt: „Bei der Pflege und Betreuung von demenziell erkrankten Menschen stoßen Angehörige sehr oft an ihre Leistungsgrenzen. Demenzerkrankte bedürfen einer besonderen einfühlsamen Begleitung und Aufmerksamkeit. Das verlangt im Alltag viel Zeit und Energie. Es ist gut, wenn Menschen ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause betreuen. Sie dürfen dadurch aber nicht selbst zu Pflegefällen werden. Deswegen ist es wichtig, dass sie sich regelmäßig zu Hilfestellungen beraten lassen. Mit dem Pilotprojekt möchten wir als Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg die Familien mit wirksamer Aufklärungsarbeit und Vermittlung von Entlastungsangeboten unterstützen.“

Chris Behrens, Unternehmensbereichsleiter Pflege AOK Nordost, sagt: „Dieses zusätzliche Angebot, dass neben den etablierten Leistungen der ambulanten Pflegedienste aufgebaut wurde, ist für uns ein wichtiger Baustein bei der Sicherstellung der häuslichen Pflege und der Ermöglichung einer langfristigen Pflege im Kreise der Familie.“

In Deutschland müssen alle Pflegebedürftigen, die nur Pflegegeld beziehen, halbjährlich bei Pflegestufe I und II bzw. vierteljährlich bei Pflegestufe III eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit durch eine zugelassene Pflegeeinrichtung oder eine von den Pflegekassen anerkannten Beratungsstelle in Anspruch nehmen (SGB XI § 37 Absatz 3). Die Beratung dient der Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege und der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Sie wird von den Pflegekassen getragen. Die Beratungsbesuche werden in aller Regel von ambulanten Pflegediensten vorgenommen.

Neumann berichtet: „Wir stellen in unseren Gesprächen immer wieder fest, dass besonders pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz oft nicht wissen, welche medizinischen, rehabilitativen, sozialen und pflegerischen Diagnose- und Entlastungsangebote in der Region vorhanden sind. Darüber hinaus sind sie häufig nur unzulänglich darüber informiert, wie der Umgang wertschätzend gestaltet werden kann und auf welche Weise Konfrontationen vermieden werden können. Die Folge davon ist, dass sich Pflegesituationen zuspitzen und die Versorgung zu Hause zusammenzubrechen droht. Wir nehmen ihnen die Scheu, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. So gewinnen sie etwas Zeit für sich, in der sie sich erholen können. Eine Grundvoraussetzung für eine gute häusliche Pflege.“

Ansprechpartnerinnen in Oranienburg:
Kontakt- und Beratungsstelle für Alzheimer- und Demenzkranke und deren Angehörige
Frau Holzhauer, Frau Pakusch
Liebigstraße 4, 16515 Oranienburg
Telefon: 03301 2029632

Ansprechpartnerinnen in Strausberg:
Beratungsstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige
Frau Kirschneck, Frau Diewitz
Hegermühlenstraße 58, 15344 Strausberg
Telefon: 03341 4908062

Ansprechpartnerin in Senftenberg:
Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit Demenz und deren pflegende Angehörige für den Landkreis OSL
Frau Bartilla
Ernst-Thälmann-Straße 129, 01968 Senftenberg
Telefon: 03573 658136

Ident-Nr
105/2015
Datum
13.07.2015

Kontakt

Pressestelle

Organisation:
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Abteilung:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartner:
E-Mail:
presse@­msgiv.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 866-5044
Fax:
+49 331 866-5049

Pressesprecher

Ansprechpartner:
Gabriel Hesse
E-Mail:
presse@­msgiv.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 866-5040