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11.05.2022

| 199/2022

Frauenministerin Nonnemacher bei Fachtagung ‚Gleichstellungspolitik in Zeiten von Corona‘: „Pandemie hat Ungleichheiten verstärkt“

Manuela Dörnenburg, Theresa Pauli und Ursula Nonnemacher
Manuela Dörnenburg, Theresa Pauli und Ursula Nonnemacher

Auf der vom Frauenministerium veranstalteten Fachtagung „Gleichstellungspolitik in Zeiten von Corona – neue Impulse für Brandenburg“ im Bürgerhaus Stern*Zeichen in Potsdam diskutieren heute mehr als 60 Expertinnen und Experten aus Landesverwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Kommunen über Gleichstellung in Pandemie-Zeiten. Die Veranstaltung ist zugleich Impuls, die Umsetzung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms (GPR) für das Land Brandenburg voranzutreiben.

Das inzwischen dritte Programm – das GPR III – wurde am 9. März 2021 vom Kabinett beschlossen. Damit sollen ressortübergreifend die gleichstellungspolitischen Handlungsfelder definiert, gemeinsame Ziele festgelegt und mit konkreten Maßnahmen untersetzt werden. Viele der heute in Potsdam anwesenden frauen- und gleichstellungspolitischen Akteurinnen und Akteure, Verbände, Vereine und Ressorts der Landesregierung waren an der Erarbeitung beteiligt.

„Es ist gut, dass es die aktuelle Corona-Lage erlaubt, den Blick wieder zu weiten und Bilanz zu ziehen. Wir wissen, dass bestehende strukturelle Ungleichheiten durch die Corona-Pandemie verstärkt wurden. Die zusätzliche Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen übernahmen vornehmlich Frauen. Die wichtige Rolle der Pflegerinnen und Krankenschwestern rückten diese weiblich dominierten Berufe ins öffentliche Bewusstsein. Frauen hatten besondere Belastungen in der Pandemie. Sei es die psychische Belastung von Alleinerziehenden, oder geflüchtete Frauen, die auf engem Raum leben und besonderen Risiken ausgesetzt waren. Wissenschaftlerinnen konnten weniger publizieren. Mütter sahen sich verstärkt mit einer Doppelbelastung zwischen Erwerbs- und Sorgearbeit konfrontiert. Frauen leiden zudem häufiger an Long Covid. Es ist deshalb wichtig, bei allem politischen Handeln das Geschlecht zu berücksichtigen und konsequent darauf auszurichten, strukturelle Ungleichheiten auszugleichen“, so Frauenministerin Nonnemacher bei der Eröffnung des Fachtags.

Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg: „Die Fachtagung ist ein wichtiger Impuls, um die Umsetzung des GPR voranzutreiben und die gesellschaftlichen Themen, die durch die Pandemie an Aufmerksamkeit gewonnen haben, aufzugreifen und kritisch zu analysieren. Die digitalisierte Arbeitswelt hat einen neuen Schub erfahren, doch mit welchen Chancen und Risiken für Frauen? Wie schaffen wir es in Zukunft, dass in zukünftigen Krisen im Bund, in den Ländern und in den Kommunen die Stimmen von Frauen in ihrer ganzen Vielfalt als Alleinerziehende, als Pflegekraft, als Selbstständige stärker gehört werden. Diese Fragen rücken jetzt in den Fokus.“

Dazu diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Fachtagung, wie die Erkenntnisse aus der Wissenschaft in konkrete Schritte für Brandenburg übersetzt werden können. Die gesundheitlichen Folgen und die Digitalisierung der Arbeitswelt werden ebenso unter Gleichstellungsaspekten besprochen wie der gesellschaftliche Zusammenhalt.

Das GPR ist das Programm der Landesregierung zur Umsetzung des verfassungsmäßigen Gleichstellungsauftrags und soll Chancengleichheit in allen Lebensbereichen wie Erziehung, Bildung, Beruf Ausbildung und Studium sichern. Erarbeitet wurde es in Zusammenarbeit mit allen Ministerien und der Staatskanzlei. Die frauen- und gleichstellungspolitischen Akteurinnen und Akteure von Verbänden, Vereinen und aus frauen- und mädchenpolitischen Netzwerken brachten Anregungen und Vorschläge in die Erarbeitung des Programms ein. Nun soll das Programm mit „Ideenschmiede-Workshops" weiterentwickelt werden, um akute Ungleichheiten zu beseitigen.