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10.10.2021

| 565/2021

Weltmädchentag: Frauenministerin Nonnemacher fordert Chancengleichheit

Anlässlich des Internationalen Mädchentags am morgigen 11. Oktober fordert Frauen- und Gleichstellungsministerin Ursula Nonnemacher Chancengleichheit für Mädchen in allen gesellschaftlichen Bereichen. „Noch immer haben Mädchen mit Vorurteilen zu kämpfen und sind strukturell gegenüber Jungen benachteiligt. Das muss sich dringend ändern. Auch in Brandenburg gibt es leider noch Nachholbedarf.“

Der Internationale Mädchentag wurde von den Vereinten Nationen 2011 ins Leben gerufen, um auf die weltweite Diskriminierung und Unterdrückung von Mädchen aufmerksam zu machen. Seitdem wird jedes Jahr am 11. Oktober mit zahlreichen Aktionen ein Zeichen für die Gleichstellung von Mädchen gesetzt. Brandenburgs Gleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg nimmt morgen an einer Veranstaltung des Mädchentreffs „Zimtzicken“ vor dem Landtag in Potsdam teil und spricht dort ein Grußwort.

Manuela Dörnenburg, Landesgleichstellungsbeauftragte: „Wenn wir Mädchen in ihrer Individualität stärken, gewinnen wir auch viel für Brandenburg. Wir sehen, dass Mädchen im Bildungssystem erfolgreich sind, später aber dann doch in engen Feldern der Berufswahl bleiben, oft mit Folgen für Lohn und Rente, aber auch für den Nachwuchs bei Fachkräften. Deshalb müssen wir früh ansetzen, Mädchen nicht auf überholte Rollen zu beschränken, sondern ihnen alle Möglichkeiten aufzuzeigen. Empowerment reicht aber über die Berufswahl hinaus. Es ist ebenso wichtig Mädchen zu vermitteln, was ihre Rechte sind und die eigenen Grenzen auch zu artikulieren. Dazu wollen wir am Weltmädchentag ermutigen.“

Einen zunehmenden Beitrag zur gesellschaftlichen Schlechterstellung von Mädchen leistet die Verbreitung von Falschmeldungen, sogenannten Fake News, im Internet. Laut einer aktuellen Studie des weltweit tätigen Kinderhilfswerks Plan International schränken Des- und Missinformation im Internet die Aktivitäten von Mädchen und jungen Frauen in erheblichem Maße ein – auch in Deutschland. So gaben 95 Prozent der insgesamt 1.000 in der Bundesrepublik befragten Mädchen und jungen Frauen an, sich wegen Fake News Sorgen zu machen, nur 39 Prozent fühlen sich in der Lage, Falschinformationen als solche zu erkennen. Ein Fünftel aller Befragten traut sich daher kaum, die eigene Meinung mit anderen zu teilen. 10 Prozent der Befragten gab an, sich wegen Fake News nicht mehr politisch oder für aktuelle Themen engagieren zu wollen. 70 Prozent erklärten, dass Aufklärung über Fake News in der Schule keine Rolle spiele.

Ministerin Nonnemacher: „Das Internet ist für Mädchen ein sehr wichtiges Medium – um sich zu vernetzen, sich mit Freundinnen und Freunden auszutauschen und um zu lernen. Gerade deswegen ist es von eminenter Bedeutung, die digitale Bildung zu fördern, Mädchen mit Des- und Missinformationen im Netz nicht allein zu lassen, sondern sie aufzuklären und ihnen dabei zu helfen, Fake News als solche zu erkennen. Nur dann kann es gelingen, Mädchen in noch stärkerem Maße für politisches und gesellschaftliches Engagement zu begeistern. Nur so erreichen wir Chancengleichheit in allen Lebensbereichen!“

Die Mädchentreffs im Land Brandenburg klären auf und bestärken Mädchen gezielt in ihrer Selbstwirksamkeit. Mädchenarbeit dient der Prävention. Zur Stärkung der Mädchenarbeit fördert das Frauen- und Gleichstellungsministerium die Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchenarbeit im Land Brandenburg (KuKMA) jährlich mit gut 56.000 Euro. Darüber hinaus werden auch in diesem Jahr zahlreiche Projekte aus Lottomitteln unterstützt, darunter das KuKMA-Vorhaben „Meine Zukunft: Ausbildung, Beruf, Vorbilder - Ausbildungsbezogene emanzipatorische Bildung für junge Frauen“ (15.800 Euro) und eine Fachveranstaltung zur Beteiligung von Mädchen am 24.11.2021 (10.100 Euro). Zudem erhält der Mädchentreff „Zimtzicken“ in Trägerschaft des Autonomen Frauenzentrums Potsdam e.V. eine neue Ausstattung (11.000 Euro). Insgesamt werden im Jahr 2021 fast 51.000 Euro aus Lottomitteln für Projekte zur Stärkung der Mädchenarbeit bereitgestellt.

Hinzu kommen weitere rund 16.700 Euro an Geldern aus der Projektförderung innerhalb des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms. So wurde z.B. das Mädchenpolitische Netzwerk der KuKMA mit 2.000 Euro unterstützt, das Projekt „Mobile Empowerment-Workshops für Mädchen“ der KuKMA erhielt 3.730 Euro und die Mädchenzukunftswerkstatt Teltow 1.750 Euro für das Projekt: „Wendo - starke Mädchen“.

Im Internet: www.kukma.de