10.03.2021

| 158/2021

Landesgleichstellungsbeauftragte zum Equal Pay Day: „Lebensleistung von Frauen nicht abwerten“

Der Equal Pay Day fällt in Deutschland in diesem Jahr auf den 10. März. Bis zu diesem Tag müssen Frauen arbeiten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt des vorherigen Jahres der Männer zu kommen. In Deutschland beträgt der Unterschied zwischen Männern und Frauen je nach Berechnung 16-19 %. Auch wenn der Lohnunterschied in Ostdeutschland geringer ausfällt, liegt er im Land Brandenburg immer noch bei 4,5% (2020).

„Trotz der positiven Tendenz der letzten Jahre, ist hier noch nicht von fairer Bezahlung zu sprechen. Frauen bekommen 0,86 € pro Arbeitsstunde weniger. Das macht viel aus. Außerdem arbeiten Frauen aus unterschiedlichen Gründen häufiger in Teilzeit, leisten aber umso mehr unbezahlte Arbeit in den Haushalten und bei der Kindererziehung. Diese Situation stellt Frauen vor große finanzielle Herausforderungen“, betont Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg.

Eine Mehrzahl der Alleinerziehenden sind ebenfalls Frauen, die besonders jetzt aufgrund des Kurzarbeitergeldes in der Pandemie von Armut bedroht sind. „Wirtschaftsbereiche, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, müssen endlich besser entlohnt werden. Es geht hier nicht nur um die Lohnlücke, die heute ungerecht ist, sondern es geht auch um die Rentenlücken, die derzeit bei 21 Prozent in Brandenburg liegt. Wir werten damit auch die Lebensleitung von Frauen ab. Das darf es ein einer gleichberechtigten Gesellschaft nicht mehr geben“, so Dörnenburg.

Um Transparenz über Gehälter zu schaffen, fordern die Regierungskoalitionen in einem gemeinsamen Antrag mit der Partei Die LINKE Entgeltgleichheitschecks in allen Einrichtungen des Landes durchzuführen und im Rahmen des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms eine Kampagne für Entgeltgleichheitschecks in Kommunen und Unternehmen zu konzipieren [Frauen in der Coronapandemie jetzt unterstützen und stärken!, Drucksache 7/3020, 25.2.2021].