04.12.2015

| 188/2015

Preisverleihung „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“

Besonders familienfreundlich: Cottbus, Hennigsdorf, Zossen und Schwielowsee ausgezeichnet

Die Städte Cottbus und Hennigsdorf (Oberhavel) sind die Sieger des Landeswettbewerbs „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde 2015“. Familienministerin Diana Golze zeichnete sie heute im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Potsdamer Staatskanzlei aus und überreichte Urkunden und Ehrentafeln. Den zweiten Platz belegte Zossen (Teltow-Fläming), den dritten Platz die Gemeinde Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark). Golze sagte: „Brandenburg ist ein familienfreundliches Land. Einen wesentlichen Anteil daran haben die vielen Gemeinden, die kinder- und familienfreundliche Angebote zu ihrem Aushängeschild machen. Der Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, welche vielfältigen Ansätze und guten Initiativen es auf kommunaler Ebene im ganzen Land gibt.“

Ausgelobt waren Preisgelder in Höhe von insgesamt 76.700 Euro. Die Siegerstädte Cottbus und Hennigsdorf erhalten davon jeweils 23.000 Euro, Zossen erhält 19.000 Euro und die Gemeinde Schwielowsee 11.700 Euro. Die Preisgelder sollen in den Gemeinden zweckgebunden zur Weiterentwicklung der Familienfreundlichkeit vor Ort verwendet werden.

Golze sagte: „Familienfreundlichkeit in Kommunen und Unternehmen dient nicht allein dem Wohl von Familien und Kindern. Die zukünftige Entwicklung der Städte und Gemeinden hängt auch davon ab, wie sie mit den Herausforderungen des demografischen Wandels umgehen. Junge Familien zieht es vor allem in Orte, in denen sie gute Bedingungen für ihre Kinder und für die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben finden. Wo gute Betreuungsangebote vorhanden sind, das Wohnumfeld kindgerecht gestaltet ist und Kinder dank Bildungs- und Freizeitangeboten gut aufwachsen können, fühlen sich nicht nur Familien wohl. Auch für Unternehmen spielen bei Standortentscheidungen familiengerechte Angebote für ihre Beschäftigten eine immer wichtigere Rolle.“

Der Wettbewerb fand zum achten Mal statt. Er wurde 1998 ins Leben gerufen und wird seit 2005 alle zwei Jahre vom brandenburgischen Familienministerium ausgelobt. In diesem Jahr hatten sich 26 Kommunen aus 12 Kreisen bzw. kreisfreien Städten um den Titel beworben, mehr als bei der vorherigen Auflage. Schwerpunkt der Preisauslobung in diesem Jahr war das Handlungsfeld „Chancengerechtigkeit und Teilhabe für alle Familien und Kinder in der Gemeinde“. Eine unabhängige Jury hat die eingereichten Beiträge bewertet und die Preisträger ermittelt.

Die kreisfreie Stadt Cottbus mit ihren rund 99.300 Einwohnerinnen und Einwohnern erfüllt mit ihren Projekten alle Anforderungen, die an eine familien- und kinderfreundliche Gemeinde gestellt werden. Golze betonte: „Cottbus hat mit seiner Bewerbung und der enormen Vielfalt der Angebote einen starken Eindruck bei der Jury hinterlassen.“ Bereits seit 1998 ist die „Lokale Agenda 21 – Cottbus“ in Kraft. Das Leitbild, das ständig weiterentwickelt wird, hat das Ziel, dass sich Cottbus zu einem attraktiven Lebens- und Wirtschaftsstandort entwickelt. Die Stärkung von Familien ist dabei ein Schwerpunkt. Sichtbar wird dies unter anderem durch ein Lokales Bündnis für Familie, ein Netzwerk Gesunde Kinder, Eltern-Kind- und Familienzentren sowie ein Mehrgenerationenhaus. Es finden regelmäßig Kinder- und Jugendkonferenzen zur Stadtentwicklung statt. Nahezu alle Unternehmen der Stadt tragen das Prädikat „Familienfreundliches Unternehmen“. Cottbus nimmt zudem an der bundesweiten Initiative „Neue Zeiten für Familie“ mit dem Ziel einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie teil.

Die Stadt Hennigsdorf (rund 26.000 Einwohnerinnen und Einwohner) beteiligte sich erfolgreich am „Audit Familiengerechte Kommune“ und setzt dabei mit einer konkreten Zielvereinbarung familienfreundliche Maßnahmen in allen Handlungsfeldern der Stadt transparent um. Golze sagte: „Hennigsdorf fördert mit großem Engagement die Familienfreundlichkeit mit dem Bewusstsein, dass Familien für die Entwicklung der Stadt maßgeblich sind.“ Ein Familienkompass stellt die wichtigsten Betreuungs-, Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangebote für Familien, Kinder und Jugendliche übersichtlich dar. Zahlreiche Netzwerke helfen der Stadt, diesen Weg weiter zu gehen, wie beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft Familie oder das Pflegenetzwerk. Zu den besonderen Angeboten zählen außerdem Stadtjugendtage und eine Kinderkonferenz.

Die Stadt Zossen mit ihren rund 18.700 Einwohnerinnen und Einwohnern wurde nach 2007 und 2009 schon zum dritten Mal ausgezeichnet. Golze sagte: „Die positive Entwicklung Zossens ist beeindruckend und zeigt, wie eine Kommune Dank ihres Engagements für Familienfreundlichkeit Zukunft gestalten kann. Nicht zuletzt deshalb sind viele Familien mit Kindern in den vergangenen Jahren nach Zossen gezogen.“ Zossen hat in den vergangenen Jahren viel in die Bildungsinfrastruktur wie Kitas, Schulen, Jugendzentrum und Spielplätze investiert. Die Bürgerinnen und Bürger werden aktiv in das Stadtleben eingebunden. Sie engagieren sich generationsübergreifend und ehrenamtlich an der Organisation von Stadt- und Kinderfesten, Kinder und Jugendliche organisieren ihren Jugendclub selbst, Schülerinnen und Schüler haben die Schulfassaden gestaltet.

Die Gemeinde Schwielowsee (rund 10.400 Einwohnerinnen und Einwohner) baut konsequent ihre kinder- und familienfreundlichen Strukturen vor Ort aus. Neben Kitas und Schulen sind ein Familienzentrum sowie ein reiches Vereinsleben vorhanden. Golze sagte: „Durch die verbesserte Lebens- und Wohnqualität erhöht sich die Attraktivität der Gemeinde für alle Bürgerinnen und Bürger, vom Kleinkind bis zu den Senioren.“ Seit 2013 gibt es einen Babybegrüßungsdienst. Hier erhalten junge Eltern einen Ordner mit wichtigen Adressen und Hinweisen zur Kindesentwicklung und als kleines Willkommenspräsent von Seniorinnen selbst gestrickte Socken und Mützen.

Der Wettbewerb „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ wurde 1998 von der damaligen Sozialministerin Regine Hildebrandt ins Leben gerufen. Mit der heutigen Preisverleihung erhielten bislang insgesamt 76 Kommunen den Preis.

Hinweis: Die Laudationes zu den Siegerorten sowie Fotos von der Preisverleihung sind im Internet auf der Seite www.masgf.brandenburg.de eingestellt.

Ident-Nr
188/2015
Datum
04.12.2015
Rubrik
Familie
Ident-Nr
188/2015
Datum
04.12.2015
Rubrik
Familie