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04.11.2021

| 612/2021

Fachtag Altern und Pflege im Quartier: Staatssekretär Ranft würdigt Vor-Ort-Projekte

Eine Plauderecke als Nachbarschaftstreff, ein Generationengarten der Sinne, Internetschulung für Seniorinnen und Senioren – mit insgesamt rund 44.000 Euro unterstützt die „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ im Land Brandenburg (FAPIQ) in diesem Jahr 14 neue Projekte, die ganz konkret dazu beitragen, dass Menschen gut in ihrer gewohnten Umgebung alt werden können. Heute wurden sie auf dem FAPIQ-Fachtag in Potsdam vorgestellt.

Unterstützt wurden insbesondere generationenübergreifende Projekte zur Gestaltung von Treffpunkten, Begegnungsorten und Anlaufstellen für Ältere, zur Förderung von Bewegung sowie von Nachbarschaftshilfen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden in diesem Jahr zudem digitale Projekte, bei denen häufig junge Menschen, den Älteren beim Einstieg in die digitale Welt helfen. So werden im Landkreis Havelland DigitaIschulungen für ältere Menschen gefördert, bei denen Onlinebanking oder Videotelefonie erklärt werden. In Cottbus wird eine Konsultationsstelle unterstützt, die gemeinsam mit Studierenden des Carl-Thiem-Klinikums Seniorinnen und Senioren die Arbeit am Tablet näher bringt. Seit 2016 sind landesweit 82 Projekte mit rund 264.000 Euro aus Landesmitteln von der FAPIQ gefördert worden.

Sozialstaatssekretär Michael Ranft: „Der Fachtag steht unter der Überschrift ‘Gut Älterwerden im vertrauten Wohnumfeld‘. Wie das konkret gehen kann, zeigen die heute ausgezeichneten Projekte in vorbildlicher Weise. Gerade im höheren Lebensalter sind die eigenen vier Wände und das Wohnumfeld immer stärker der persönliche Lebensmittelpunkt. Folgerichtig findet sich dieses Themenfeld als ein Schwerpunkt in den Seniorenpolitischen Leitlinien des Landes wieder. Wie eine aktuelle Studie zur Lage Älterer im Land Brandenburg zeigt, sind diese dabei weit überwiegend mit Ihrer Wohnsituation zufrieden. Nicht zuletzt Initiativen wie wir sie heute vorstellen, tragen dazu bei, dass Brandenburg für alle Generationen lebens- und liebenswert bleibt.

Auf dem FAPIQ-Fachtag diskutierten rund 100 vor Ort teilnehmende und weitere digital zugeschaltete Akteure aus Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Kranken- und Pflegekassen, Vereinen, Mehrgenerationenhäusern sowie Seniorenvertretungen, wie Wohnen und Pflege im vertrauten Wohnumfeld noch besser gelingen kann.

„Die Förderprojekte zeigen, dass es sehr viele Anknüpfungspunkte gibt, um altersfreundliche Umgebungen, Quartiere, Dörfer und Stadtteile zu schaffen. Mit den Projekten entstehen Orte der Kommunikation und Begegnung, Möglichkeiten sich in der Nachbarschaft zu versorgen, voneinander zu lernen und auch mit Einschränkungen unterwegs zu sein. Alle Akteure setzen mit ihren Initiativen den Prozess der altersfreundlichen Quartiersentwicklung in Gang. Besonders deutlich wird dies in den geförderten Zukunftswerkstätten, in denen mit den Bürgerinnen und Bürgern Bedarfe ermittelt und Lösungsideen entwickelt werden. Einen Beitrag zu mehr alternsfreundlichem Leben kann von jedem Verein, jeder Initiative und von vielen Einzelpersonen geleistet werden“, so FAPIQ-Projektleiterin Katharina Wiegmann.

Hintergrund

Die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg (fapiq-brandenburg.de) wird seit 2015 vom Sozialministerium aus Landesmitteln und von den Landesverbänden der Pflegekassen sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung im Land Brandenburg gefördert. Projektträger sind Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. und die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg Selbsthilfe Demenz e.V.

FAPIQ soll dazu beitragen, Städte und Gemeinden, Initiativen und Akteure vor Ort beim Auf- und Ausbau alternsgerechter und teilhabeorientierter Strukturen zu unterstützen. Im Rahmen des Paktes für Pflege unterstützt die Fachstelle landesweit Kommunen und andere örtliche Akteure bei der Umsetzung des Förderprogramms „Pflege vor Ort“. FAPIQ bietet u.a. Beratung, Begleitung und Qualifizierung und fördert den Erfahrungsaustausch zu guten Praxis-Beispielen. Die Fachstelle hat Standorte in Potsdam, Eberswalde, Neuruppin, Luckenwalde und Lübben.

Die häusliche Pflege hat im Land Brandenburg einen sehr hohen Stellenwert: über 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden im eigenen Zuhause von Angehörigen oder mit Hilfe von ambulanten Pflegediensten versorgt.