03.03.2020

| 030/2020

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: Corona ernst nehmen, aber nicht übertrieben ängstlich sein

Erster Corona-Fall in Brandenburg: Mann aus Oberhavel positiv getestet – ihm geht es den Umständen entsprechend gut


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Pressekonferenz zum ersten Corona-Fall in Brandenburg: Ministerin Nonnemacher und Landrat Weskamp informieren über die aktuelle Situation in Oberhavel (03.03.2020)
Foto: MSGIV_BB

Dem mit dem Coronavirus infizierten Mann aus dem Landkreis Oberhavel geht es den Umständen entsprechend gut. Er befindet sich in häuslicher Isolation und befolgt alle Anweisungen des Gesundheitsamts. Das Gesundheitsamt vor Ort ermittelt derzeit dessen Kontaktpersonen. Das ist der erste Corona-Fall im Land Brandenburg. Über die aktuelle Lage informierten Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher, Landrat Ludger Weskamp und Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft am Dienstag (03.03.) im Gesundheitsministerium in Potsdam. Am Montagabend wurde der Fall per Labortest bestätigt. Der 51-Jährige Mann war bis zum 28.02. in Südtirol in Urlaub. Nach Angaben des Gesundheitsamtes war er mit Fieber und grippalen Symptomen in der Rettungsstelle der Oberhavelkliniken vorstellig geworden.

Ministerin Ursula Nonnemacher: „Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Jetzt haben wir den ersten Fall in Brandenburg. Und wir müssen mit weiteren Fällen rechnen. Die Behörden und Rettungsdienste arbeiten sehr gut zusammen. Der Landkreis Oberhavel hat sofort und richtig gehandelt. Alle notwendigen Maßnahmen werden routiniert und abgestimmt umgesetzt. Jetzt kommt es darauf an, die Infektionskette möglichst effektiv zu unterbrechen. Dafür werden nun alle Kontaktpersonen des Betroffenen ermittelt.

Viele Bürgerinnen und Bürger machen sich wegen des Coronavirus Sorgen. Wir sollten Corona ernst nehmen, ich warne aber auch vor übertriebenen Ängsten. Wir sollten uns vor Augen halten, dass die allermeisten Corona-Infektionen in Deutschland derzeit relativ unproblematisch verlaufen. Alle sollten die Hygieneempfehlungen beachten. Der beste Schutz vor einer Infektion sind häufiges gründliches Händewaschen und die Beachtung der Regeln der sogenannten Husten-Etiquette, die auch beim Niesen gilt. Menschen, die Erkältungssymptome, Husten und Fieber haben und in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit gesichert Infizierten hatten, sollen unbedingt zuhause bleiben und sich unverzüglich telefonisch bei ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt melden.“

Im Brandenburger Gesundheitsministerium ist seit dem 27. Februar ein Einsatzstab eingesetzt, der alle Maßnahmen im Kampf gegen das Infektionsgeschehen landesweit koordiniert und Informationen mit anderen Bundesländern, dem Bund und dem Robert Koch-Institut austauscht. Der Einsatzstab ist unter anderem zuständig für die Sammlung und Sichtung von Informationen und die Lagedarstellung, die Information der Behörden der Landesregierung und die Unterrichtung weiterer beteiligter Stellen im Gesundheits-und Sozialwesen sowie die fachliche Beratung und Zusammenarbeit mit den Landkreisen und kreisfreien Städten.

Am morgigen Mittwoch (04.03.) findet in Potsdam eine Corona-Informationsveranstaltung für Ärztinnen und Ärzte statt. Sie wird gemeinsam vom Gesundheitsministerium, der Landesärztekammer und der Landeskrankenhausgesellschaft durchgeführt.

Am Donnerstag (05.03.) wird unter der Leitung des Gesundheitsstaatssekretärs Michael Ranft eine Interministerielle Arbeitsgruppe zur aktuelle Lage beraten. Daran nehmen das Gesundheitsministerium, das Innenministerium, das Bildungsministerium und die Staatskanzlei teil.

Am Freitag (06.03.) findet auf Einladung des Gesundheitsministeriums in Potsdam ein Treffen mit allen für Gesundheit zuständigen Dezernentinnen und Dezernenten der Landkreise und kreisfreien Städte statt, um weitere notwendige Maßnahmen zu besprechen und abzustimmen. Daran nehmen auch Vertreterinnen und Vertreter des Innenministeriums, der Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg teil.

Ministerin Ursula Nonnemacher verwies außerdem darauf, dass Brandenburgs Gesundheitsbehörden seit dem gestrigen Dienstag zusätzliche Laborkapazitäten für Corona-Test nutzen können. Neben dem Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und der Berliner Charité steht nun auch ein akkreditiertes Labor in Frankfurt (Oder) zur Verfügung. Mit weiteren privaten Anbietern von Laborleistungen laufen derzeit Gespräche.

Das Gesundheitsministerium informiert ab heute auch per Twitter über die aktuelle Lage: https://twitter.com/MSGIV_BB

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